halle: ralf rossa «das phantom der oper»
Das Phantom der Oper ist ein Tänzer. Ralf Rossa weist das in seiner Hallenser Inszenierung choreografisch überzeugend nach. Gleichzeitig setzt er erfolgreich jene Musical-Annexion fort, die Ralf Dörnen beim Ballett Vorpommern mit «Die Schöne und das Biest» begonnen hat.
Gaston Leroux´ 1909/10 publizierter Roman über das sagenumwobene Geschöpf gibt fürs Ballett jedenfalls ein pralles Sujet ab, das obendrein einen realen Kern birgt: Unter der Pariser Oper befindet sich tatsächlich ein See, den ein Seitenarm der Seine speist; auch einen Lüstersturz mit Todesfolge hat es 1896 gegeben; und über die labyrinthischen Katakomben unter dem Palais Garnier kursieren seit jeher Geistergeschichten. Was Andrew Lloyd Webber 1996 effektvoll zum Musical umfunktionierte, ergreift nun zu Musik von Glasunow, Michael Nyman, Saint-Saëns und Chopin auch das Ballettvolk. In den prächtigen Kostümen von Götz Lanzelot Fischer und den raumlassenden Projektionen von Dorin Gal kommt der Tanz bestens zur Geltung.
Rossa erzählt von Erik und Giry zunächst als spielenden Kindern. Später wird der Jungmann mit dem entstellten Gesicht zum menschenscheuen Phantom aus der Unterwelt der Oper, sie droben zur um ihn ...
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Tanz Februar 2013
Rubrik: kalender, Seite 42
von Volkmar Draeger
Ausgerechnet «Dornröschen»! Ausgerechnet ein Ballett, das traditionell zur Ausstattungsorgie in Rosa gerät und bei dem sich selbst die Sparsparte Tanz jenen Luxus gönnt, der sonst nur die Oper garniert. Diesen Stoff hat sich Ballettchef Ricardo Fernando für das besonders finanzklamme Hagen ausgesucht. Als romantischen Mythos in neuer Matrix: «Dornröschen...
Schon während der Premiere erhob sich ein Tross empörter Abonnenten aus den Reihen des königlichen Theaters in Madrid. Man protestierte lautstark und verlangte den Rücktritt des Hausherrn Gerard Mortier. Der aus Belgien stammende Intendant habe mal wieder falsche Erwartungen geweckt: Wo eingefleischte Flamenco-Versteher wallende Rüschenkleider und stampfende...
toulouse:
kader belarbi
Als er 2008 als Étoile der Pariser Oper abdankte, fehlte eigentlich nur eine Trauerbeflaggung am Palais Garnier, um dem Abschiedsschmerz seiner unzähligen Fans Ausdruck zu verleihen. Jetzt haben sie ihn wieder, wenn auch in anderer Funktion: Seit August 2012 leitet der charismatische Halbalgerier das Ballett-Ensemble des Théâtre du Capitole...
