Vegas, Doggy!
Was andere davon abhält, die Tanzfläche überhaupt zu betreten – für Patie Ventre gibt es kaum etwas Schöneres: Ihr Tanzpartner hat zwei linke Füße. Dafür lässt er sich aber bereitwillig kommandieren. Tritt er ihr auf die Zehen – seine schmachtend treuen Hundeaugen entschädigen für alles.
Die flamboyante US-Amerikanerin und, ihr gleich, wetteifernde regionale, nationale und internationale Verbände für «Hundetanz», «Dog dancing», «Canine Freestyle» haben es für sich entdeckt, das perfekte Duett aus «responsible pet ownership» (verantwortungsvoller Haustierhaltung) und weiblichem Führungsanspruch. Früher hat Patie Ventre Standard getanzt; da führt bekanntlich der Mann. Zugegeben (aber nicht von ihr): «Canine Freestyle» ist höchstens putzig und selten so elegant wie Frauchens Staffage.
Dafür bringt uns der gemeinsame Kunstgenuss unsere besten Freunde noch näher. Und steigert, für nüchternere Gemüter, Doggys geistige Leistung, während es seine tierhaften Aggressionen abbaut. Mehr kann Kultur auch für Menschen nicht tun. Und wer den Drill für unnatürlich hält, den Bei-Fuß-Trippeln, Seitschritt, Pirouette und Parade erfordern, der kann sich den nächsten Ballettbesuch ja auch sparen.
Fakt ...
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Akram Khan ist dieses Jahr dran mit Blümchenpoesie. Immer zum 29. April, wenn die UNESCO zu Jean-Georges Noverres Geburtstag den Tag des Tanzes ausruft, bittet der große Vorsitzende des Internationalen Tanzkomitees des Internationalen Theaterinsitituts, Alkis Raftis, um eine besinnliche Botschaft. Es sah so aus, als sei der Grieche in der Klemme. Niemand wollte ihm...
Barak Marshall
«Monger»
Das Geräusch von Wassertropfen bohrt sich in die Stille. Wir sehen hinein in ein dunkles Untergeschoss. Zehn Menschen hocken in schwarzen Mänteln ängstlich aufeinander. Wenn das Licht angeht, sind sie verstört wie aufgeschreckte Ratten. Ein eher dürftiger Anfang, der ans typische Tanztheater der 1980er erinnert. Aber dann geht’s los. Es gibt...
Auf ihn wartet man, man macht ihm die Aufwartung: einem Rentner. Er kümmerte sich bis 2005 um die Tänzer bei der Zentralen Bühnen-, Fernseh- und Filmvermittlung. Zuvor gab er den zweiten Vorsitzenden im Deutschen Berufsverband für Tanzpädagogik, 1977-94. Der Schlachtruf, kein Tänzer muss aufhören zu tanzen, wenn er nichts Besseres zu tun hat, kommt auch bei ihm...
