Pina Bausch
hat den nach dem Nobelpreis höchstdotierten Kyoto-Preis in der Kategorie «Kunst und Philosophie» erhalten. Und ist endlich auch Ehrenbürgerin der Stadt Wuppertal. Das hat gedauert, weil die Deutschen der Kontinuität misstrauen, den Bruch lieben, Bausch lieber anhimmeln würden wie das Wetter. Deutsche wollen Wechselhaftes. Darum brennt ihnen Pina Bausch immer wieder durch. Gleich geht’s nach Indien. Zuvor haben die Franzosen Pina entdeckt. Dort gab der Verlag L’Arche Editeur die DVD Kontakthof «with Ladies and Gentlemen over 65» heraus (www.arche-editeur.
com), dort entstand bei Actes Sud auch der wunderbare Fotoband «Pina Bausch» von Guy Delahaye, der nun auf Deutsch bei editionbraus.de erschienen ist.
Jean-Marc Adolphe, Herausgeber der Zeitschrift «Mouvement», dem französischen Pendant zu ballet-tanz, schreibt von der «ewigen Wiederkehr» des Tanztheaters und der Huldigung der Bausch in Paris, in Wuppertal, auf der Welt als die Gegenkraft zu lauter Eintagsfliegen, Hoffnungsträgern und industriegefertigten Starlets. Pina sei also Kontinuität, ein Eindruck, dem der Fotograf Guy Delahaye in seinem Fotoband über Pina Bausch alles nur Habbare entgegensetzt. Er zeigt Pina Bauschs Menschen ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
«Unfassbar provinziell» seien Jürgen Roses Bühnenbilder, «fadenscheinig und verschlissen» wie nach mehreren Saisons und Tourneen sähen sie aus; an Egon Madsen sei sein blendendes Aussehen das Beste, Ray Barra wirke wie ein «etwas heruntergekommener Don Giovanni». Márcia Haydée machte den Kritiker nicht glücklich, allenfalls Anita Cardus gebe eine «legitime...
Eis ist ein irres Zeug. Es bringt den Körper aus der Balance. Es beschleunigt den Tänzer auf Tempo 40. Martin Schläpfer, Mainzer Ballettchef und Eiskunstläufer in seiner Jugend, entdeckte, wie sich der Körper «regelrecht in den Raum frisst und schraubt». In Schläpfers Jugend gewann ein Kunstmaler aus Toronto, Toller Cranston, die Weltmeisterschaft in München. Er...
David Liu hätte auch andersherum anfangen können. Der Co-Direktor des Ice Theatre of New York und dreifache Eiskunstlauf-Olympionike tanzte Anfang November auf der Eisbahn am Hudson River zwei Soli im neuen Programm seiner Kompanie, und er hat wohl ganz bewusst den feurigen Flamenco «Gitano» zuerst gezeigt. Da konnte der kleine athletische Mann so richtig zeigen,...
