Erik Bruhn Preis: Kristian Lever
Er war ein grandioser Tänzer, nobel bis in die Fuß- und Haarspitzen. -Rudolf Nurejew war die Liebe seines Lebens, ihre Beziehung stürmisch und irgendwann dann doch vorbei. Anders die Verbindung, die Erik Bruhn mit dem kanadischen Nationalballett unterhielt. Sie blieb stabil bis zu seinem Tod im Jahr 1986. Das Vermächtnis dieser Ära ist der «Erik Bruhn Preis», alljährlich vergeben in Form eines Wettbewerbs, dem sich Tänzer und Tänzerinnen in Toronto stellen.
Seit 2009 werden auch Choreografen prämiert, und dieses Jahr hat einer gewonnen, dessen Namen man sich merken sollte: der in London geborene, in Helsinki aufgewachsene, in Moskau und Dresden – an der Palucca Hochschule für Tanz – ausgebildete Kristian Lever. Ab 2015 gehörte er als Tänzer John Neumeiers Bundesjugendballett an, inzwischen ist er dort regelmäßig als Gastchoreograf tätig. Von Hamburg aus unternahm Lever künstlerische Abstecher nach Rijeka, London, Wiesbaden und in die Niederlande. Dass er nun aus Kanada mit dem «Erik Bruhn Preis» in der Tasche heimflog, ist ein Karriere-Ass. Die Auszeichnung holte Lever mit dem Duo «An Intimate Distance», erarbeitet mit Sara Ezzell und Matias Oberlin vom Hamburg Ballett. Beim ...
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Tanz Mai 2019
Rubrik: Side Step, Seite 20
von Dorion Weickmann
Aufs Choreografieren versteht er sich. Auf den Mund gefallen ist er auch nicht. Aber wie Jiří Kylián zum Schwert greift, muss sich erst noch weisen. Am 13. März wurde der langjährige Leiter des Nederlands Dans Theater in einer feierlichen Zeremonie als Membre associé étranger der Académie des Beaux-Arts installiert, und bei seiner Inauguration unter der Coupole des...
Auf den ersten Blick unterscheidet er sich bei den Proben nicht von seinen Kollegen. Daniil Simkin verteilt Pralinen im Ballettsaal, trödelt herum, während sich andere bereits auf ihren Tanz vorbereiten. Kaum ist er aber am Drücker, legt er sich sein Stirnband an, und der Adrenalinschub wirkt: Wie auf Kommando springt er an. Der gebürtige Russe interpretiert seine...
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