Hamburg: On tour
Diese vier haben die eigene Lebensmitte jeweils schon deutlich überschritten und bilden nach 20 Jahren das älteste in Deutschland arbeitende Bühnenkollektiv (okay – Gob Squad sind noch etwas älter). Seit 1997 agieren Nikola Duric, Thorsten Eibeler, Dariusz Kostyra und Veit Sprenger unter dem Label Showcase Beat Le Mot. Die Herren strotzen noch immer vor Witz, ertüchtigen sich mit Tanz und glauben fest daran, dass «soziale Netzwerke und Kirchenorgeln» mehr Gefühle haben als Dichter.
Ihr jüngstes einschlägiges Werk hat Tamara Saphir choreografisch ertüchtigt: «Gefühle Großer Saal» kam ebenso wie «Gefühle, Nothing But» (2015) im Berliner Hebbel am Ufer zur Uraufführung. Darin sorgte ein «weinendes Klavier» für den emotionalen Schub. Diesmal empfängt uns ein gefilmtes Altarbild, das zeigt, wie eine Kirchenorgel kollektiv traktiert wird, musikalisch abermals angeleitet von Thies Mynther, einem stadtbekannten Gefühlsgaranten.
Tanzten die Herren vor gut einem Jahr auf Monty-Python-Höhe über ein Meer von Schaumstoffresten, bewegt sich in ihrem neuen Werk in erster Linie das Publikum. Der mit edlen Ölgemälden der Darsteller ausgestaltete Zuschauerraum ist leer. Statt Stühlen steht ein ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Tanz Februar 2017
Rubrik: Kalender und Kritik, Seite 34
von Arnd Wesemann
Für Margaretha Geertruida Zelle, geboren 1876, standrechtlich erschossen 1917, haben sich die niederländischen Kreativen nach ihrem Tod nicht sonderlich interessiert, obwohl sie eine der Ihren war. Jetzt aber hat Het Nationale Ballet (tanz 4/16) am Mythos der Schönheitstänzerin und angeblichen Spionin, die unter dem Künstlernamen Mata Hari weltberühmt wurde, doch...
Eine Woche vor unserem Interview sah ich Lauren Cuthbertson als Zuckerfee in Sir Peter Wrights berühmter «Nussknacker»-Produktion. Im Anschluss an ihre Solo-Variation brach das Londoner Premierenpublikum in donnernde, lang anhaltende Beifallsstürme aus. In diesem Augenblick beschlich mich der Eindruck, dass Lauren Cuthbertson nunmehr in den Zenit ihrer...
Als Tänzer tritt er heute nur noch wohldosiert in Erscheinung. Der Bühne bleibt er dennoch treu. Mikhail Baryshnikov widmet seine beeindruckende Erfahrung als Performer inzwischen vornehmlich anderen Projekten – aktuell zu Ehren seines Freundes, des exilierten russischen Dichters Joseph Brodsky, der 1996 verstarb.
Für die Produktion «Brodsky/Baryshnikov», in Szene...
