lest we forget
Am Jahresanfang war das Zentenar in aller Munde. Kein Feuilleton, keine Nachrichtensendung, kein historischer Blog kam ohne schwergewichtigen Essay über den Ersten Weltkrieg aus.
Vom Buchmarkt her erschütterte gar ein mittelschweres Beben die Leselandschaft: Haben wirklich die Deutschen das Katastrophenszenario angezettelt, wie es Fritz Fischers epochale Schrift «Der Griff nach der Weltmacht» 1961 ein- für allemal nachzuweisen schien? Immerhin behaupten neuere Publikationen, dass Europas Mächte und Russland allesamt nur auf einen Anlass lauerten, um ihre imperialen Herrschafts- und Expansionsgelüste auszutoben. Vielleicht – so die Variante des aktuellen Bestsellers von Christopher Clark – sind sie gar als tumbe «Schlafwandler» in das Gemetzel geraten, infolge politischer Ränkespiele und grob fahrlässiger Entscheidungen. Bleibt noch die vierte These, wonach Staaten und Bündnis-systeme wie Dominosteine umfielen, bis die Kettenreaktion alle Alternativen zum Waffengang zunichtemachte.
Gedenken an das Undenkbare
Das Räsonieren darüber, welche Motive im Sommer 1914 zur martialischen Ursünde des 20. Jahrhunderts führten, wird anhalten. Der unmittelbare Auslöser steht dagegen fest: Am 28. ...
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Tanz Juni 2014
Rubrik: produktionen, Seite 8
von Dorion Weickmann
Vielleicht hat der Auftraggeber Manuel Legris genau darauf spekuliert: Ashley Page, Ex-Tänzer des Royal Ballet, Ex-Direktor des Scottish Ballet, war zweimal als Choreograf erfolgreich, und zwar als Arrangeur der weltweit übertragenen Tänze fürs traditionelle Neujahrskonzert der Wiener Philharmoniker. Das Staatsballett hatte dabei in fein ziselierter,...
brug schaut dvd_________
tanzt!
Hier ist einiges sehr möchtegern: Dortmunds großes U will aussehen wie die Freiheitsstatute, die kümmerlichen Hochhäuser wie die New Yorker Skyline, und die Fußgängerzone soll dem Times Square gleichen. Tun sie natürlich nicht. Und das Dortmunder Theater kann auch keineswegs mit den MGM-Studios konkurrieren, wo einst die...
Leicht ratlos schaut er in die Runde: «Won‘t work», stellt Alexei Ratmansky trocken fest, obwohl Corps und Solisten des Semperoper Balletts ihr Bestes gegeben haben. Minutenlang haben die Tänzerinnen versucht, sich im Achselklammergriff ihrer Partner Richtung Spiegel schieben zu lassen und dabei über passé retiré das hintere Bein nach vorne zu ziehen. Aber die...
