Livia Patrizi: «Was ist Tanz?»
In der von Erwachsenen für Erwachsene regelmäßig aufgeworfenen Grundsatzfrage Was ist Tanz? hat Livia Patrizi das Thema ihrer ersten Choreografie für Kinder gefunden. Um sich während der Aufführung zu amüsieren, sollte man aber keine Angst vor Dunkelheit haben und des Lesens kundig sein. Leute ab dem Grundschulalter werden es zu schätzen wissen, wie witzig, klug und voller theatralischer Überraschungen im Dock 11 Berlin die einstündige Suche nach der abstrakten Definition dieser Kunst verläuft. Ein Abenteurer versucht, das Rätsel Tanz zu lösen.
Das Publikum begleitet den Goldsucher Prof. Dr. Vaslav Bauschinsky und seinen Freund, die Fingerpuppe Pino, bei einer choreografischen Schatzsuche. «Wenn ich bloß wüsste, was choreografisch heißt», seufzt Bauschinsky. Mit Hilfe der vier körpersprachlich beredten Tänzer, die ihm aus ihren Schlafkisten zu Hilfe eilen, kommt er weiter. Wie ein bewegtes Bilderrätsel, über dessen Lösung viel Detektiv-Arbeit vergeht, entfaltet Patrizi nach und nach verschiedene Aspekte des Tanzes. Raumrichtungen, Dynamik und Rhythmus werden ebenso anschaulich vorgeführt wie die emotionalen und erzählerischen Dimensionen des Tanztheaters. Am Ende hat auch der ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Ich stehe im Supermarkt, an der Kasse. Die Frau vor mir hat ein blaues Auge, der Mann hinter mir riecht nach Urin. Ihm fällt sein Kleingeld auf den Boden, ich hebe es auf und gebe es ihm. Vor ein paar Tagen stand ich auch hier. Da waren zwei Männer hinter mir, mit einem Mädchen, das war vielleicht vier. Sie kauften zwei Flaschen Wodka und ein Glas Nutella, und die...
Kampnagel erleidet eine Kürzung von 74 000 Euro, zehn Prozent des Produktionsetats, die stattdessen den Privattheatern überwiesen werden Betrieben von der CDU-Fraktion scheint diese Umverteilung auf den ersten Blick auf Kosten experimenteller und sozial engagierter Projekte zu gehen. Doch längst operiert auch Kampnagel CDU-kompatibel mit Erfolgs-Gastspielen wie...
Hans Christian Andersen ist am Theater gescheitert. Die erste Anlaufstelle für seinen Wunsch, berühmt zu werden, war das Königliche Theater in Kopenhagen. Doch für einen Schauspieler war er zu dünn, für einen Tänzer zu linkisch und eine Karriere als Sänger endete mit Stimmbruch.
Andersens Scheitern am Theater ist fundamental. Denn das Märchen, in dem er sich so...
