Mandafounis, Mazliah, Zarhy: «Zero»

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Füße trappeln herein, Flaschen klirren, ein Wasserkocher blubbert, Chipstüten rascheln, Löffel klirren in Kaffeetassen. Im Stockdunkeln setzt das Publikum im Frankfurter Künstlerhaus Mousonturm die Geräusche unwillkürlich zur Szenerie zusammen. Als das Licht angeht, sieht man: statt Picknickdecken und Chipskrümeln ein Körperknäuel auf der Bühne. May Zarhy und Ioannis Mandafounis strecken ihre Gliedmaßen, tasten ihre Arme, als seien sie fremd, und des anderen Knie, als sei es das eigene.

 
 

Das Stück von Mandafounis und May Zarhy im Verbund mit Fabrice Mazliah ist eine Erforschung, ja eine Produktion des Nicht-Sinns. Erprobt haben Mandafounis und Mazliah diese Entkernung, die Rückführung des Tanzes auf eine Körper- und Raumerkundung, die keine unmittelbare Bedeutung generiert, bereits 2007 in «P.A.D». Die israelische Tänzerin May Zarhy hatte sich derweil in ihren Soli gefragt, was das eigentlich sei, eine Aufführung. In ihrer ersten Zusammenarbeit schaffen die drei einen Mikrokosmos von hoher atmo­sphärischer Dichte, einer Binnenlogik folgend, die immer präsent bleibt. Indem sie Kausalitäten negieren und das Verstehenwollen immer wieder zur aufklappenden Eingangstür herausziehen ...

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Tanz April 2010
Rubrik: kalender, Seite 38
von Esther Boldt

Vergriffen
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