Annette von Wangenheim

ist für ein Leben mit Tanz im TV

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Ich habe einen Traum: dass eines Tages Tanz im Fernsehen eine Rolle spielt. Gleichberechtigt neben Politik und Fußball, Tanz auf allen Kanälen, in allen Programmen und Formaten. Wie bunt wäre da die deutsche Fernsehlandschaft, und wie lebendig und inspirierend unsere Gesellschaft.

Tanz gleich als Aufmacher im Frühstücksfernsehen: George W. Bush besucht einen Tanz-Crashkurs in Mos­kau, lernt aktuelle Modetänze von São Paulo bis Bagdad. Putin revanchiert sich mit Menschenrechten. Cut.

Ghaddafi lädt Angela Merkel zum Staatsbesuch nach Tripolis und empfängt sie im Zentrum für orientalischen Tanz. Beide unterzeichnen ein Abkommen, das den Austausch von Tanzkompanien vorsieht. Man einigt sich auf Pina Bauschs «Kontakthof» als Eröffnungsprogramm. Das hat Gewicht.

Ich träume von «Servicezeiten» regionaler Sender zu aktuellen und bürgernahen Fragen: Ab wann kann mein Kind auf Spitze tanzen? Mit welchem Tanzstil nimmt man am besten ab? Welche Berufsaussichten hat mein Sohn als Break-Tänzer? Dann wissenswerte Informationen aus der Tanzmedizin: Büros endlich schmerzfrei. 200 Sekretärinnen eines Konzerns nehmen an einem Tanztraining zur Stärkung der Wirbelsäule teil, kurieren damit ihre ...

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Tanz Oktober 2007
Rubrik: Was denkt..., Seite 72
von Annette von Wangenheim

Vergriffen
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Grupo Corpo: «Breu»

Nur wenigen Choreografen gelingt es, eine eigene, unabhängige Handschrift zu ent­wickeln und diese auch noch lebendig zu erhalten. Der Brasilianer Rodrigo Pederneiras ist einer von ihnen. Jüngster Beweis: Breu, uraufgeführt im Teatro Municipal in Rio de Janeiro von seiner Grupo Corpo. Es geht  zur eigens komponierten Musik von Lenine um einen Dialog zwischen...

Alastair Marriott

Choreographic method is a highly individual process. It is well known that Marius Petipa would walk into the rehearsal studio with every step worked out in his head, then in his tiny vocabulary of broken Russian, indicate the direction of an enchaînement in relation to his own position in the room. Frederick Ashton, conversely, absorbed every phrase of his chosen...

Nigel Charnock: «Stupid Men»

Tunte sein. Oder zumindest schwul. Ein spezieller Wunsch, zugegeben, aber für eine atemlose Homo-Revue nicht unangebracht. Vier männliche Objekte fegen in «Stupid Men» über die Bühne und durch die Zuschauerreihen, und für jeden Geschmack ist etwas dabei: straff-durchtrainiert, gemütlich-aufgeschwemmt, sehnig-frustriert. Ihr Unterhaltungsprogramm zur Biennale de...