Michael Laub
Einst verzehrte sich Europa nach dem Osten. Palmen waren die christlichen Wedel, mit denen Asien winkte. Große Schiffe wurden ausgerüstet. Wenige Monate später fasste ein lustiger neuer Tanz in der Südsee Fuß. Immer wieder hatten die Einwohner von Tuvalu und Tarawa gesehen, wie Männer in sonderbarer Kleidung an Land ruderten, Aufstellung nahmen, im Gleichschritt über weiche Strände und unwegsames Inselgelände zu marschieren versuchten. Der militärische Eindruck milderte sich stolpernd zur Karikatur.
Doch die schwarmbildende Ordnung machte Eindruck.
Dieses Mann an Mann, das entschiedene Aufstampfen gegen die Erde, so kann man sich eben unmöglich fortbewegen. Die Insulaner sahen das völlig korrekt als Tanz. Märsche tanzen sie noch heute, mit Inbrunst. Sonst sitzen sie gern auf dem Boden und tanzen klatschend nur mit dem Oberkörper. Beide Tänze der Südsee sind – wie das Theater Freiburg jüngst in seiner Hauszeitschrift feststellte – auch in der alemannischen Geselligkeit vorhanden: «Schwärme» und «Hocks» nennt man das dort, sich bewegen und gemeinsam niederlassen. In Tarawa auf dem Atollstaat Kiribati hocken die Frauen, die Männer marschieren.
Wir wissen nicht, was Michael Laub, den in ...
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