marc de veer
Im großen Zoo der Tanzformen haben sie ihren eigenen Käfig: die Drag-Queens und -Kings, die den Rollenwechsel der Geschlechter tanzen. Männer als Frauen, Frauen als Männer.
Man findet sie meist in der Sektion Comedy, aus unerfindlichen Gründen gern bei Firmen-bespaßungen oder beim «Edinburgh Fringe Festival», bei dem die Kompanie
Drags Aloud aus Australien zuletzt ihr «Showgurl» aufführte, ein Trio, das einen albernen «Chicken Dance» vollführte: Erwachsene Männer gurrten als Hühnchen und zeigten nicht mal ein Minimum an Gefühl für die geschlechterübergreifende Gender-Debatte. So kommen sie ja nie im zeitgenössischen Tanz an, da, wo zuletzt Alain Platel in «Gardenia» seine Drags in etwa verortete. Stattdessen toben da herum: Jessica James, der Pragmatiker mit dem ausdruckslosen Gesicht, Amanda Monroe, dessen Name schon so klingt, als sähe er zum Verlieben süß aus. Und Kris del Vayze, der das Pfauenrad schlägt, ein glamouröser Langhans als die Diva schlechthin.
«Gardenia» war immerhin ein subventioniertes Stück Aufklärung. Australiern wie Kris del Vayze steht dagegen nur eine gewisse Chuzpe zur Verfügung. Doch enthält «Showgurl» durchaus auch intime künstlerische Reflexionen ...
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Tanz Dezember 2011
Rubrik: menschen, Seite 26
von Justine Bayod Espoz
bremen: samir akika
soll neuer Tanzchef in Bremen werden, zusammen mit der Kompanie von Monika Gintersdorfer und Knut Klaßen samt ihren ivorischen Tänzerhelden – also ohne den bisher gemeinsamen Tänzerstamm aus Bremen und Oldenburg. Der neue Intendant Michael Börgerding setzte zunächst auf Laurent Chétouane als Tanzchef, was in die Öffentlichkeit hinausposaunt...
Eine Gewissheit verbindet die inhaltlich oft gar nicht übereinstimmenden Tanzwissenschaftler, Tanzkritiker, Kuratoren, Politiker, bisweilen auch die Choreografen: Der Tanz ist die flüchtigste aller Künste. Diese Behauptung liest und hört man mit schöner Regelmäßigkeit; sie wird wie ein Mantra wiederholt, wenn in Rezensionen, Essays oder Sonntagsreden der Tanz mit...
brügge
akram khan ist munter unterwegs zwischen seinen Wurzeln in Bangladesch und den postkolonialen Diskursen seiner Heimat Großbritannien. Naheliegend wagt der Choreograf nun den nächs-ten Schritt zum Kurator. Anders als diese Spezies (S. 4) hat der Künstler den Vorteil, auf Augenhöhe zu agieren – Freundschaften nicht ausgeschlossen. Das belgische Festival...
