highlights
salzburg: sommerszene
Das Format dieses Festivals fasziniert jedes Jahr neu. Diesmal brechen Tanzkünstler zu einem Picknick auf, wie es einst schon vom Adel als Protest gegen seine allzu formellen Tischsitten veranstaltet wurde. Und heute: gegen allzu formalisierte Rituale des Hockens im Theater. Die tolldrastischen Rabtaldirndln laden zur Wallfahrt auf den Kapuzinerberg, Michikazu Matsune (S. 54) organisiert gemeinsam mit SEAD-Tänzern in der Residenzgalerie ein «Picnic with Old Masters».
Laia Fabre & Thomas Kasebacher überraschen mit einem «Green Park Picnic» in der eher tristen Vorstadt Lehen. Wie es sich in Österreich längst gehört: kein Fest ohne die «bodies in urban spaces», fantastische Tanzinterventionen der Cie. Willi Dorner auf dem Weg zu den acht Schauplätzen der Stadt.
3.–13. Juli, szene-salzburg.net
münchen: memento mori
Karl Alfred Schreiner, seit Saisonbeginn Ballettdirektor am Gärtnerplatz-Theater, hat den Münchnern erst mal jede Menge Schmankerl serviert. Aufs «Weiße Rössl» folgten «Dornröschen» und die «Dancesoap: Minutemade», jetzt aber regelt der Österreicher den Spaßfaktor entschieden herunter: «Memento mori» zeigt die Welt in Schieflage, vom Mummenschanz ...
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Tanz Juli 2013
Rubrik: kalender und kritik, Seite 34
von
Windfall profits. So heißen in der weltweiten Business-Sprache jene Gewinne, die einem einfach so in den Schoß fallen. Manchmal gibt es die auch im Tanz. Benjamin Millepied war, als er 2012 in Los Angeles sein L.A. Dance Project (LADP) gründete, bereits eine aufstrebende Werbe-Ikone und ein Top-Investment für europäische Veranstalter. Von der Kaserne Basel bis zum...
Da macht Sidi Larbi Cherkaoui, einer der international wichtigsten jüngeren Choreografen, ein Stück über den Tango, und wo wird es uraufgeführt? Wer nun im Kopf die einschlägig bekannten Tanzhäuser durchgeht, befindet sich auf dem Holzweg. Denn die Premiere fand an einem besonderen Ort statt, mitten in der Schweiz, nordöstlich von Lausanne, in einer...
wien: willy prager «the victory day»
Beim DDR-Dramatiker Heiner Müller begann der Aufstand als ein Spaziergang «gegen die Verkehrsordnung während der Arbeitszeit». Bei Willy Prager beginnt der Aufstand am Tag des Sieges über längst vergangene Feinde. In Bulgarien, wo Prager aufwuchs, gab es diesen revolutionären Feiertag mit eigens komponierten Schlagern. Fröhlich...
