wahre paare
Christine Camillo hat adlerscharfe Augen. «Bleib auf der Diagonalen, Elisa, denk nur an den Rücken!» Jeder Kommentar der Ballettmeisterin trifft ins Schwarze. Trotzdem steht ihr an diesem Morgen ein zweiter Maestro zur Seite, wie inkognito eingeschleust ins Staatsballett Berlin. Eine Art Ballerinenflüsterer, dessen Stimme mal sacht, mal fordernd Ermunterungen zischelt und dabei übergangslos vom Russischen ins Spanische und weiter ins Englische wechselt.
Dicht bleibt der Mann «La Esmeralda» auf den Fersen, bis er endlich Tuchfühlung aufnehmen darf: «So kann ich dich nicht halten, dein Fouetté ist falsch, du bleibst hängen!» Spätestens jetzt wäre jede andere Frau, die es gleichzeitig mit zwei Coaches aufnehmen müsste, gehörig genervt. Vor allem wenn es sich bei einem der beiden Sparringspartner auch noch um den eigenen Ehemann handelt.
Elisa Carrillo Cabrera aber bleibt der Liebreiz in Person. «Sorry», lächelt sie und setzt so lange neu an, bis ihr Gatte Mikhail Kaniskin zufrieden ist. Was nichts an seinem verbalmelodischen Sperrfeuer ändert. Ist das nicht kolossal irritierend, macht er das etwa auch auf der Bühne? Ein helles Mädchenlachen sprudelt die Antwort entgegen: «Manchmal ...
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Tanz November 2011
Rubrik: menschen, Seite 14
von Dorion Weickmann
Dass Sie Tänzer waren, jahrelang an der Deutschen Staatsoper im damaligen Ostteil Berlins, ist bekannt. Sie waren so etwas wie ein Kinderstar. Auf eigenen Wunsch? Oder auf Druck der Eltern?
Weder noch. Die Zeiten waren damals anders und die Eltern froh, wenn sie ihre Kinder nicht auf der Straße wussten. Alles war zerbombt. Riesengroße Bunker standen überall: Das...
Iana Salenko, stimmt es, dass Sie der Liebe wegen nach Berlin gekommen sind?
Iana Salenko: Ja, ich bin wegen Marian hier. Ich habe ihn zunächst gefragt, ob er zu mir in den Ukraine kommen würde. Aber er meinte, es sei besser, wenn ich nach Berlin gehe. Damals war ich in meiner Heimat schon eine bekannte Tänzerin, das gab ich auf für ihn.
Marian Walter, kennengelernt...
Polina heißt die Kleine nicht ohne Absicht. Bastien Vivès, wiewohl mit einer Tänzerin befreundet, hatte Polina Semionova auf YouTube in einem Grönemeyer-Clip entdeckt – und war von ihrer Linie, Klarheit und Ausstrahlung so beeindruckt, dass er einen Ballettcomic ohne Beschönigung hinbekommen hat. Keine Kitschaugen wie in einem Manga. Nichts Niedliches à la...
