Martin Stiefermann
In diesen Tagen wird wieder einmal überlegt, die Sparte Tanz an einem Stadttheater zu schließen. Diesmal ist das Ballett in Hagen an der Reihe. Eine Kompanie also, in der so renommierte Choreografen wie Richard Wherlock und Marco Goecke ihre Karriere begonnen haben.
In den letzten 15 Jahren sind an deutschen Theatern fast 30 Prozent der Stellen im Bereich Tanz, der eigentlich rentabelsten der drei Theatersparten, gestrichen worden. Bereits Anfang der 1980er Jahre wurden Tanzensembles verkleinert oder sie verschwanden ganz.
Aufgelöst wurden keineswegs nur wenig bekannte Provinzensembles, es traf ebenso Reinhild Hoffmanns Tanztheater am Schauspiel Bochum, Jochen Ulrichs Tanz-Forum in Köln und Johann Kresnik an der Berliner Volksbühne. Kaum ein genötigter Intendant zeigte ernstes Interesse daran, die kleinste Sparte seines Hauses zu erhalten.
Schrumpfen musste beispielsweise meine ehemalige Arbeitsstätte, das Staatstheater zu Oldenburg, als 2003 gewichtige Sparauflagen in Niedersachsen beschlossen wurden. Zwar wurde die einzusparende Summe durchaus auf alle Abteilungen verteilt, aber die Hauptlast musste – fast bin ich versucht zu sagen: natürlich – der künstlerische Bereich ...
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