Trier: Iglesias Ungo, Ferrera, Hernandez: «TANZ 4»

Tanz - Logo

Wieder am 16. juni am Theater Trier; www.teatrier.de

Keiner gleicht dem anderen. Jeder Tänzer in Trier ist unverwechselbar. Vielleicht ist das mit ein Grund, weswegen jedes Mitglied der Susanne Linke Company seinen Platz so vehement behauptet. «Imagine a .... Right in the Middle» nennen Julio Cesar Iglesias Ungo und Alexis Fernandez Ferrera ihre Arbeit, und tatsächlich beansprucht jeder Einzelne darin für sich das Recht, ein einziges Mal wenigstens im Mittelpunkt zu stehen.

Die Konsequenz ist absehbar: Bevor das «Tanzstück» richtig begonnen hat, ist bereits ein durchweg erheiternder Verdrängungswettbewerb im Gange, der für die weitere Entwicklung des Ganzen noch einigen Sprengstoff erwarten lässt: physisch wie psychisch.

Ganz so schlimm kommt es am Ende dann doch nicht, selbst wenn die beiden kubanischen Mitarbeiter von Susanne Linke in ihrer ersten gemeinsamen Choreografie das Instabile, das Unvollendete, überhaupt das Spannungsgefälle zwischen Individuum und Gemeinschaft zum Ausdruck bringen. So kann sich einer, während sich die Gruppe en bloc ihren Weg über die leer geräumte Bühne bahnt, schon mal aussondern und dabei seinen Halt verlieren. Sich im Gegenüber vergewissernd, stecken die neun Akteure deshalb immer wieder ihre Köpfe ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Tanz Juni 2017
Rubrik: Kalender und Kritik, Seite 40
von Hartmut Regitz

Weitere Beiträge
CD, Clip des Monats u.a. Juni 2017

CD des Monats: Monteverdi

Als Vorspiel zu «Dido und Aeneas» hat William Forsythe 1981 «Il Combattimento di Tancredi e Clorinda» fürs Stuttgarter Ballett choreografiert: ein überaus dramatisches Duo, dessen Konfliktpotenzial Ronald Thornhill und Sarah Abendroth seinerzeit auf unnachahmliche Art visualisiert haben. Wie gut würde das Stück Tanz in heutige Tage passen,...

Ulm: Roberto Scafati «La Sinfonia», Gustavo Ramírez Sansano «2 and 1 for Mr. B», «El Beso»

«La Sinfonia del Beso», «Die Sinfonie des Kusses» lautet der Obertitel des Abends, der die programmatisch im Grunde nicht vereinbaren Extreme einer elegisch-politischen Totenklage mit einem jener Rausschmeißerballette verbindet, die mit fröhlichen Pointen den Übermut des Tanzes feiern. Dass dazwischen eine Hommage an Mr. B steht, die mit Balanchine so gar nichts zu...

Wiesbaden: Tim Plegge «Sommernachtstraum»

Gleich zweimal «Sommernachtstraum» – ein Stoff, der oft choreografiert wird: In Mannheim bot ihn Ende 2016 Stephan Thoss (tanz 1/17), neuer Ballettintendant am Nationaltheater, jetzt hat Tim Plegge das Stück fürs Hessische Staatsballett inszeniert – Thoss‘ Nachfolger an der Spitze in Wiesbaden, das seine Tanzsparte mit Darmstadt zusammengelegt hat.

Das magisch...