hagen: moraes, arslan, hue «drei-mal-tanz»
Der Ballettdirektor als Arithmetiker: In Hagen multipliziert Kompanieleiter Ricardo Fernando die Choreografen zum Abend «drei-mal-tanz», rechnet viel Minimal Music, wenig Aussage und große Liebe zur Schönheit im Tanz zusammen – und erhält trotz Mängeln ein Plus im Ergebnis.
Faktor eins: Marcelo Moraes. Der Solist des Ensembles hat sich für sein zweites Tanzstück «Augen» von der stark physischen Malerei des Hagener Künstlers Emil Schumacher inspirieren lassen. Bewegung als Malerartefakte, als wütende Pinselstriche, nervöse Kalligrafien.
Eine schöne Idee, aber schal in der Ausführung. Denn während der wichtige Nachkriegsmaler mit leuchtenden Blau-, Rot- und Gelbtönen einen anarchischen Farbfuror entfachte, mal die Pigmente knubbeldick auf die Leinwand klecks-te, mal sie mit pudergleicher Zartheit hinstäubte, bleibt bei Moraes nur das Konzept, nicht aber der Tanz konfus. Swingerklub-Schwüle, wenn Frauen sich in breitbeinigen Pliés lasziv hin-auf- und hinunterräkeln. Knallige Licht- und Soundeffekte, kein choreografischer Kracher. Noch ist Moraes ein Stilsuchender.
Anders der gebürtige Türke Can Arslan. In seinem Stück «A Far Cry» ist die Welt erotisch wie auch stilistisch sauber ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Tanz März 2011
Rubrik: kalender, Seite 42
von Nicole Strecker
Leanore Ickstadt und Irene Sieben – beide Schülerinnen von Mary Wigman – eröffneten vor dreißig Jahren mit Joanna Pateas das Berliner Studio für modernen Tanz und Bewegungsforschung am Steglitzer Kreisel und stießen damit die Entwicklung des zeitgenössischen Tanzes in Berlin wesentlich mit an. Der Wunsch, Kinder für Tanz zu begeistern, stand von Anfang an neben...
Bitte nach hinten durchgehen →. Wer mit dem Bus in den Düsseldorfer Stadtteil Benrath fährt, der wird per Aufkleber ermahnt, dass einfach nur Einsteigen nicht reicht, um ordentlich vorwärts zu kommen. Die Werbung daneben findet: «Immer nur geradeaus, wäre doch langweilig.» Man denkt, so ist das Leben. Nicht nur der Gleisbau, der gemeint ist. Auch VA Wölfl, der hier...
Welch Eleganz: Daniel Proietto, in roter Jacke und dunkler Hose, dreht sich langsam, dabei einen Arm hebend, den Oberkörper nach hinten gebogen. Er ist in einen weichen, sich gegenläufig drehenden Lichtkegel getaucht. Das Kreisen, in verschiedenen Tempi, bleibt im Verlauf dieses ersten Teils von Russell Maliphants «AfterLight» beherrschendes Element, ungeachtet...
