Auftrieb
Im vergangenen Mai ließ William Forsythe in seiner Installation «Scattered Crowd» zum wiederholten Mal siebentausend weiße, heliumgefüllte Luftballons aufsteigen, diesmal in einem alten Londoner Lagerhaus. Bis in die letzte Ecke füllten sie den Raum. Jeder Besucher stieß die Ballons an, die andere Ballons anstießen, bis in den höchsten Winkel der Halle hinauf. Das gegenseitige Berühren der zarten Hüllen bewirkt einen gewaltigen Effekt, verursacht von der eigenen kleinen, initialen Bewegung.
Durch die Bewegung nur eines weißen Ballons beginnt der ganze Raum zu tanzen. Ist nun derjenige, der die Bewegung in Gang gesetzt hat, verantwortlich für den gewaltigen Tanz? Oder ist der mit Luftballons gefüllte Raum, der zu glühen scheint, völlig sinnfrei, weil man so herrlich gedankenlos die heliumgefüllten Moleküle zum Tanzen bringen konnte – schön, aber folgenlos?
Nun sind Luftballons weder besonders elegante noch überhaupt irgendwelche Tänzer. Tänzer dagegen tragen, anders als die Physik, tatsächlich Verantwortung für die Choreografie, für die Umsetzung eines Plans, tragen Verantwortung auch für sich und andere auf der Bühne. Der Tänzer erfüllt also eine Aufgabe, er arbeitet eine ...
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Merce Cunningham hatte es schon geahnt, damals im November 2001, zwei Monate nach den Terroranschlägen auf die Twin Towers. Weil er ja immer in die Zukunft blickte, schauderte ihm gehörig, und er mutmaßte, dass sich in der Welt etwas zusammenbraut, was auch die Tanzlandschaft verändern würde. Nur wie oder was genau, das konnte auch er nicht vorhersehen. Heute sind...
Leserpost
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Das war nicht nur gefährlich, sie benötigten auch ein paar Tugenden, um zu überleben: Mut, Erfahrung, die Fähigkeit, geräuschlos zu kommunizieren und ähnliche Eigenschaften. Aber spätestens im alten Rom setzte sich die Meinung durch, dass ein Anführer nur deutlich genug Kommandos geben, auf die Untergebenen einen gewissen Druck ausüben und seine Autorität dadurch...
