gustavo fijalkow

Tanz - Logo

Der Kompaniemanager der DIN A 13 tanzcompany hat ein klitzekleines Anliegen: die Gleichstellung sogenannter behinderter Tänzer mit Nichtbehinderten. Da hat er sich was Delikates ausgesucht. 99 Pro­zent der Menschen sahen noch nie einen behinderten Tänzer, einen, der mit einem Bein tanzt oder dies ohne Arme tut oder des Stehens nicht mächtig ist, dem also ein paar grundlegende Anforderungen fehlen, ohne die er bei 99 Prozent aller Auditions nicht mal die Vorausauswahl überleben würde.

Seit Jeremy Alliger 1981 in Boston einen «Dance Umbrella» gründete, hat sich die Mixed-abled-Szene bis in in alle Winkel der Welt verbreitet. In Ghana ist es selbstverständlich, körperlich Gehandicapte nicht zur Arbeit zu schicken, sondern sie Kultur gestalten zu lassen. In Gus­tavo Fijalkows Heimat Brasilien tanzt Marcos Abranches mit erhöhtem Muskeltonus, wie Antonin Artaud einst das zeitgenössische Theater erfand – revolutionär.

Nur: Was kann er dazu, dass er wegen eines Gebrechens den Tanz erneuert? Ist doch «Opferkunst». Gustavo Fijalkow regt so etwas auf. Zum dritten Mal hat er in Düsseldorf das «Crossings Dance Festival» organisiert. Zu Pfingsten, also in den Ferien. Geld gibt’s dafür ­politisch ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Tanz Jahrbuch 2011
Rubrik: Die Hoffnungsträger, Seite 141
von Arnd Wesemann

Weitere Beiträge
kirstine ilum

«F.U.B.A.R». steht für «Fucked Up Beyond Any Recognition» und bezeichnet militärische Zerstörung bis zur Unkenntlichkeit. Kirstine Ilum besitzt in diesem Stück den furchtlosen Hang zur extremen Aktion, kontrolliert nur durch ihren starken künstlerischen Willen, der selbst die Jungs des Mute Comp. Physical Theatre noch um Längen schlägt. Der Vergleich mit der Armee...

die vermittler

Kunst und das sogenannte breite Publikum standen schon immer in einem heiklen Verhältnis zueinander. Darum gibt es so wichtige Berufsbilder wie Public Relations, Tanzjournalismus und Tanzfotografie

Public Relations

Die Beziehung eines Theaters zur Öffentlichkeit ist nur selten sehr intim. Das Publikumsgespräch nach einer Vorstellung bildet mitunter das Maximum an Nähe zum Zuschauer, die ein Choreograf zulässt. Der Künstler zum Anfassen dient quasi als Bonus-Track dafür, dass bis zum Publikumsgespräch tatsächlich alles getan wurde, damit überhaupt ein Publikum da ist. Denn...