leipzig: isabelle schad, laurent goldring «unturtled #3»
Ungeschildkrötet – schönes Wort. Ein vom Schutz des Panzers und von der Lahmheit der Bewegung befreiter Körper. Tanz eben. Isabelle Schad, einst Ballerina, heute Vordenkerin und Tänzerin der freien Szene, sagt: «Der Titel beruht auf einem Tippfehler; der Finger schlug zu weit links auf, es sollte ‹Untitled› heißen.»
In den Berliner Sophiensaelen stürzt sie in ein schwarzes Stretchkleid von Yana Burkhalter, verschwindet darin wie in einer weichen Schale.
Neben der Bühne sitzt der bildende Künstler Laurent Goldring; er improvisiert seine Sätze, spricht aber selten, damit völlige Gleichheit zwischen der Sensation des Körpers und den Worten herrscht, damit die Zuschauer frei schweifen können zwischen der lebenden Skulpturenkröte und einem Schild aus Wahrheit, den Goldring ab und zu aufhebt.
Immer weiter verändert Isabelle Schad ihr Körperbild hinter der dunklen Stoffmembran. «Vergiss das vorherige Bild», sagt Goldring. Haben wir vergessen. «Welche Bilder zwingen mich, sie zu vergessen, um neue zu erzeugen?» Die Frage stellt sich Goldring selbst, während Isabelle Schad davon unberührt wie eine Schildkröte im Salat ein Bein aus dem Kleid streckt, als ein Versuch, das Zweibeinige zu ...
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Für den Film fand...
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