Ausstellungen
Tino Sehgal bespielt das frisch renovierte New Yorker Guggenheim Museum. Es steht leer, alles Materielle ist raus. Es bleibt der pure Mensch. Im berühmten Schneckenhaus stößt der Besucher nun auf diskutierwillige Kinder, Teenager, Erwachsene und Senioren, die ihn in Small Talk verwickeln. Der studierte Volkswirt und gelernte Tänzer hasst alles Materielle: Bilder, Verträge, Archive.
Reines Leben propagiert Sehgal, der einst berühmte Tänze nachdilettierte und zuletzt im deutschen Pavillon in Venedig die Aufseher und ein begeistertes Publikum Freudentänze um Skulpturen von Thomas Scheibnitz veranstalten ließ. Sehgal ist der radikalste Kritiker von Repertoire und Re-Enactment (siehe ab Seite 51): Das Tollste am Tanz ist, sagt er, dass er keine Spuren hinterlässt. Sein Statement ausgerechnet im Museum zu erleben ist noch bis 10. März möglich. Dann kommen die Kunstspuren zurück.
Berlin, Das Verborgene Museum, dasverborgenemuseum.de
Die Tänzerin Tatjana Barbakoff (1899–1944)
Luftbilder aus Händeweiß und Blutrot, Traumgrün und Vogelblau, eine Ausstellung über die Tänzerin Tatjana Barbakoff, die im Berlin der zwanziger Jahre mit ungewöhnlichen Kreationen ihr Publikum faszinierte. ...
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Wenn Witze töten, wenn Künstler sich ihrer Jugend erinnern … Massimo Furlan, der Italo-Schweizer, liebte den Post-Punk von Killing Joke, ist bis heute Fan von Jaz Coleman, dem Leadsänger der Aufrührer aus London. Heute schreibt Coleman Arrangements für Symphonieorchester, aber sein Lebenswandel ist noch immer für einen Skandal gut. Furlan widmet ihm einen...
Ein Mann, dem das Schicksal bestimmt, Vater zu töten und Mutter zu heiraten, will dem Fluch entgehen. Als er blindlings die Welt auf den Kopf gestellt hat, sieht er, dass er den Vater längst getötet, die Mutter vor langer Zeit geschwängert hat. Das passiert, wenn die Verhältnisse unübersichtlich sind. König Ödipus ist das Resultat von Patchwork-Beziehungen, die die...
Wie tanzt man Krieg? Gewalt? Frieden? Keine der beiden Uraufführungen beim Ballett des Saarländischen Staatstheaters verlässt sich allein auf den Tanz, beide kreisen das Thema durch andere Medien und Elemente ein, seien es Augenzeugenberichte, projizierte Worte, Sirenen oder ein einstürzendes Bühnenbild. Der Tanz bleibt Reaktion, Kommentar, Reflexion, an diesem...
