Inframen
Es ist die Haut. Die Haut arbeitet, als Teil des Stoffwechsels, als Spiegel der Psyche. Man weiß das, aber man sieht es selten so deutlich wie in den Porträts der jungen Männer von Nir Arieli. Die Haut wird eine Landschaft voller Leben, durchlässige Membran, irritierte Schnittstelle zwischen Innen und Außen, unruhiger Ort der Kommunikation. Und nicht zur geschönten Oberfläche verschlossen, so wie man sich im Alltag präsentiert.
Devon, Garth, Kyle und Austin – nur mit Vornamen nennt Arieli seine Modelle, das passt zur Intimität der Bilder.
Sieht man, dass es Tänzer sind? Nicht unbedingt, wohl aber, dass es um Bewegung geht. Bei Kyle und Austin lassen die wirbelnden Haare vermuten, dass der stillgestellte Moment aus einem Werfen des Kopfes gegriffen ist. Die Bewegung ist hier allgemein tiefer angelegt. Unter der Haut eben.
Für Nir Arieli sind Tänzer als Modelle etwas ganz Besonderes. Sie verkörpern für ihn die Spannung zwischen der Kraft des Körpers und der Fragilität der Seele mehr als andere Männer. Es gibt ein Bild von Männlichkeit, das Kraft mit der Beherrschung von Gefühlen, vielleicht gar ihrer Unterdrückung in Verbindung setzt. Tänzer sind schon durch ihren Beruf auf das ...
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Tanz März 2014
Rubrik: bewegung, Seite 4
von Katrin Bettina Müller
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