bouchra ouizguen
«Ich bin nur mit Frauen aufgewachsen, habe also keinen Grund, feministisch zu sein», sagte sie einmal. Bouchra Ouizguen verdient seit ihrem 15. Lebensjahr ihr eigenes Geld mit Tanz und Choreografie. Und das in Marokko, wo nicht ein einziger Cent öffentliches Geld in diese Kunstform investiert wird. 2003 hat sie zusammen mit Taoufiq Izzediou in Marrakesch die Cie Anania begründet.
Ihren internationalen Durchbruch erlebte sie nach der Begegnung mit den drei Chikhates Naïma Sahmoud, Fatima El Hanna, Kabboura Aït Ben Hmad.
Die in Tanz und Gesang geschulten Frauen kommen aus der Aïta-Tradition, hielten sich auch mit Entertainment in Cabarets und Nachtclubs über Wasser. Bei «Madame Plaza», einem Schuppen an der Autobahn nach Casablanca, hat Bouchra Ouizguen sie kennengelernt. «Madame Plaza» hieß dann auch das erste, 2009 entstandene Stück der Truppe, eine Milieustudie mit ineinandergeschobener Vorder- und Hinterseite: vorne die rhythmische Kraft des Tanzes und der raumbildende kehlig-tiefe Gesang, gerahmt von entlarvendem Rollenspiel; hinten eine solidarische Gemeinschaft von Frauen, die ihre Körper aufbauen wie Skulpturen von Aristide Maillol oder Henry Moore.
Der Erfolg des Stücks hält ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Tanz Jahrbuch 2015
Rubrik: die hoffnungsträger, Seite 172
von Astrid Kaminski
nimmt den Tanz ernst. Er ist bei ihm keine Deko. Kein Kunsthandwerk, geflochten aus attraktiven Körpern. Seine Stücke sind meist heiß, in manchen Momenten kalt, nie lau. Sie überwältigen, sie wüten, sie rocken, aber nicht auf Art einer Unterhaltungsshow. Man spürt Leidenschaft in ihnen, aber in den jüngeren doch auch eine feine, kluge Ironie.
Allemal verzichtet...
In Irland spielt Landschaft traditionell eine wichtige Rolle in allen Kunstformen. Immer wird das Verhältnis zwischen äußerer, physikalischer und innerer, emotionaler Landschaft befragt. Landschaften als Umgebung, egal ob ländlich oder urban, können schöpferisch beflügeln, aber auch lähmen. Die in Dublin wohnende schwedische Choreografin Maria Nilsson Waller...
Eine der Szenen, die Gérard Corbiaus Film «Le Roi Danse» zum Kassenerfolg verhalfen, erlaubt einen Blick in die Wiege des klassischen Balletts. Sie zeigt Louis XIV., 14-jährig, wie er, mit dem berühmten vergoldeten Strahlenkranz auf dem Kopf, aus der Versenkung auftaucht, während ringsherum künstliche Vulkane Feuerregen sprühen. Bevor sich der Aufzug, der ihn nach...
