wozu residenzen?
Einmal Kaiser sein und wie weiland Karl V. von Residenz zu Residenz ziehen, das ist heute das Schicksal hunderter Choreografen. Quer durch Europa wird logiert, geprobt und geforscht. Nur eins wird zunehmend verpönt: ein richtiges Stück zu entwickeln. Es gibt kaum eine Kommune, die keine Künstler aufnimmt, selbst 5-Sterne-Hotels bieten mittlerweile Logis und schmücken sich als «Kulturort». Aber wozu ist das gut, wenn gleichzeitig Gastspiele reduziert und Produktionskosten gesenkt werden? Nicht wenige Choreografen haben aus dem Residenzdasein ein regelrechtes Kunstkonzept gemacht.
«Man sehnt sich so danach», sagt Christine, «irgendwann in der Realität anzukommen.» Auf diese Realität wurde sie ihr Leben lang vorbereitet. Jetzt will sie auch mal in dem Leben ankommen, von der ihr die Schule, der Tanzunterricht und die Sommerferien immer erzählt haben. Sommers nahm sie Tanzkurse bei «ImPulsTanz» in Wien. In Frankfurt gab es ein «Sommerlabor mit richtigen Intellektuellen». Eigentlich wollte sie einfach in einer Kompanie tanzen. Ihren Koffer rollte sie von Audition zu Audition. Aber jeden Tag im Studio die Bewegungen zu wiederholen, die nicht ihre waren: Das war nicht mehr ihre Sache. ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Als es morgens um sechs klingelt, steht die Polizei vor der Tür. Die Kinder dürfen noch ein einziges Spielzeug einpacken, mehr sollen sie 2003 aus Deutschland nicht mitnehmen können. Die Mutter bricht zusammen. Doch die Abschiebung ist beschlossen, deutsches Recht wird vollzogen. Aber der Fall der Familie Akkouch gelangt in die Medien – und jetzt auch ins Kino....
wurde fünfzig und ist die erste Preisträgerin des «Silbernen Löwen» der Biennale von Venedig (verliehen am 5. Juni im Teatro Piccole Arsenale). Während mit dem «Goldenen Löwen» ein Lebenswerk geehrt wird – er ging dieses Jahr an William Forsythe und Wolfgang Rihm –, soll der «Silberne Löwe» nun eine Person ehren, die sich besonders verdient gemacht hat um die...
Er war ein Philosoph als Tanzlehrer, der japanische Butoh-Künstler Kazuo Ohno – und eine der ältesten Bühnenpersönlichkeiten der Welt, einer, der mit jedem seiner charmanten Auftritte noch als 97-Jähriger den Körper an seine Grenzen führen konnte.
Besessen von einem eigensinnig eleganten und sehr einfachen Bewegungsstil, ging es Kazuo Ohno im Tanz um die...
