lissabon: vanilton lakka «o corpo e a midia da danca? outras partes»
Einschalten, ausschalten. Mit der Musik verfährt man so. Warum nicht auch mit Tanz? Vanilton Lakka trägt die Symbole der Tasten «Stop», «Play» und «Pause» auf seinem roten T-Shirt. Er lässt das Publikum wie um einen Boxring sitzen und von vier Seiten zuschauen. «O corpo é a mídia da dança? Outras partes» wird in kurzen Runden ausgefochten. Das erlaubt den drei B-Boys, zwischendurch zur Wasserflasche zu greifen. Augenzwinkernd bringen sie einen Kassettenrekorder ins Spiel, keinen Ghettoblaster.
Jemand aus dem Publikum darf ihn halten und soll auf ihr Zeichen die «Play»-Taste drücken. Wir erwarten harte Beats, doch was erklingt, ist nur ein Rauschen. Zu ihm vollführt das Trio so dynamische Figuren, dass wir uns am Ende aus eigener Kraft einbilden, die erwarteten Rhythmen zu hören. Brauchen B-Boys sie etwa gar nicht? Ist Musik nichts als Einbildung?
«Stop»-Taste. Trinkflasche. Die nächste Runde: Harter Sound, aber keine Bewegung. Im Stand-by genießen sie ihre kontrollierte Offensive gegen die Breakdance-Codes.
Brasilianer und Hip-Hop, das wurde seit Bruno Beltrão immer unberechenbarer. Sie könnten eine aufziehbare Puppe tanzen lassen und Breakdance zur reinen Konvention erklären. So ...
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Tanz Juni 2011
Rubrik: kalender, Seite 46
von Thomas Hahn
...macht mit seinen Choreografien zu den Symphonien Gustav Mahlers weiter. Für sein neues Ballett benutzt er, neben Liedern von Alma Mahler-Werfel, die unvollendet gebliebene zehnte Symphonie (sodass jetzt nur noch die zweite und die achte Symphonie ausstehen), und zwar in der vervollständigten Fassung des britischen Musikwissenschaftlers Deryck Cooke (1919 –1976)....
Betritt man die Kammerspiele des Staatstheaters, lungern da Tänzerinnen am Bühnenrand und lassen müde Blicke schweifen. Erst später werden sie scharf gestellt und in die immer wieder matt beleuchtete Zuschauermenge gebohrt. Es geht bei «Blind Date» ums Gegenteil von Blindsein: ums Sehen. Ein verzerrtes Sehen.
Die Choreografin Mei Hong Lin will auch mehr als das...
Sasha Waltz hat wieder eine Oper inszeniert. Diesmal «Matsukaze» des Japaners Toshio Hosokawa. Die zeitgenössische Oper, so scheint’s, wird für Sasha Waltz neben Museums-«Dialogen» zu einem zentralen Betätigungsfeld. Erst im Oktober 2010 führte sie Regie bei «Passion» von Pascal Dusapin in Paris. Ihre Liebe fürs Opernhafte hatte 2005 mit einer spektakulären...
