Rituale: Rosario Guerra
Einen Talisman oder ein konkretes Ritual vor dem Betreten der Bühne habe ich nicht. Aber ich besitze zwei Gegenstände, die mir im Alltag sehr viel bedeuten: einen schwarzen und einen weißen Stein. Ich trage sie mit mir herum, wohin ich auch gehe – außer beim Tanzen, versteht sich. Sie sollen gute Energien anziehen und schlechte Energien abwenden. Ich muss wohl abergläubisch sein, denn ich glaube wirklich, dass meine Steine funktionieren.
Vor jedem Auftritt durchlaufe ich allerdings meine ganz privaten Routinen.
Dazu zählt die Vorbereitung auf das jeweilige Stück, und die fällt natürlich jedes Mal anders aus. Für Marco Goeckes «Nijinski» beispielsweise beginne ich früh morgens damit, mich auf den Charakter zu fokussieren, den ich dann buchstäblich auf der Bühne verkörpere. Bei anderen, eher abstrakten Stücken geht es mir mehr darum, die richtige Energie herzustellen. Meine Kollegen wissen genau, dass sie mir in den letzten Minuten, bevor sich der Vorhang hebt, ein wenig Raum lassen müssen. Weil ich ein bisschen Privatspäre brauche, besonders für eine Routine, die ich ohne Ausnahme pflege: Ich sage ein kleines, stilles Gebet auf und widme meinen Auftritt zwei Menschen, die mein ...
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Tanz Jahrbuch 2019
Rubrik: Glücksbringer, Seite 16
von
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