bangalore fictions
«Sie werden alles beeinflussen können, nur nicht unsere Choreografie», sagen Nicole und Norbert Corsino beinahe im Chor. Man hat als Nutzer ja auch so genug zu tun, könnte nächtelang mit dieser App spielen, sich völlig verlieren in den Verzweigungen der Abenteuer, die sie ermöglicht. Getanzt werden die Animationen von den Virtuosen Revanta Sarabhai und Pooja Purohit, beide im klassisch indischen Tanz ausgebildet. Mit «Bangalore Fictions» wagen sie sich zum ersten Mal auf westlich-zeitgenössisches Terrain.
Die App ist mit einer musikalischen Brise des Subkontinents versetzt und besteht aus zwölf choreografischen Märchen voll visueller Suggestion. Sie sind anspruchsvoll gezeichnet auf der Grundlage von Videos, die im Dickicht indischer Städte gedreht wurden. Durch eine eigens entwickelte Software wirken sie malerisch wie Aquarelle. Das Tablet wird so Spielplatz und Kino zugleich. Kurze Novellen der indischen Schriftstellerin Anjum Hasan dienten als Inspiration. Sie schrieb sie eigens für das Projekt, das auch deshalb verzaubert, weil jede der zwölf Welten eine gänzlich andere Erfahrung der Interaktivität bietet. Intuitiv erschließt sich alles, was man durch Antippen und Streichen ...
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Tanz April 2014
Rubrik: bewegung, Seite 4
von Thomas Hahn
Von der Straße an die Hochschule? Ganz so groß ist der Sprung nicht, zu dem der Urban Dance gerade ansetzt. Einiges an Infrastruktur haben die Vertreter des urbanen Tanzes schon selbst geschaffen, seit Breaking, B-Boying und Co. vor rund 50 Jahren in New York entstanden: Sie veranstalten Battles vor mehr als 10 000 Zuschauern, unterrichten an Studios allüberall,...
Erst machten die Stadtväter von Marseille aus der europäischen Kulturhauptstadt 2013 eine mittelmeerische Architekturmetropole. Dann schassten sie den Leiter des Ballet National de Marseille, Frédéric Flamand – und damit ausgerechnet den Choreografen, der durch seine Zusammenarbeit mit Zaha Hadid, Ai Weiwei, Thom Mayne und anderen das Interesse an moderner...
Frischer Wind kann nicht schaden, und davon gibt es im «Programma B» des Nederlands Dans Theater 2 am Ende mehr als genug. «B.R.I.S.A.» nennt Johan Inger seine neueste Choreografie, und wenn der Titel letztlich für Begriffe wie «Behold», «Raw», «Impossibility», «Sings» und «Ahead» stehen mag, weckt er zugleich auch die Vorstellung einer steifen Brise, der sich die...
