sasha waltz
Bis heute ist sie frei, muss jedes Jahr um ihren Etat kämpfen und deshalb ein dichtes Netz von Koproduktionen spinnen. Was bei ihr heißt: permanent über den eigenen Tellerrand zu blicken. Sie hat allein in dieser Spielzeit zwei zeitgenössische Opern als Tanzmusikstücke choreografiert und inszeniert: «Passion» ihres Komponistenfreundes Pascal Dusapin in Paris und «Matsukaze» von Toshio Hosokawa in Brüssel.
Beides ästhetisch (fast zu) makellose Premieren, die besonders das Kunststück fertig brachten, Sänger und Tänzer zu gleichberechtigten Partnern zu machen; insbesondere die Sopranistin Barbara Hannigan wurde unter ihrer Führung zu einer sensibel eleganten Bewegungsvokalis-tin. Und auch die Kostüme und das oft von Künstlern mitgestaltete, strikt minimalistische Bühnenbild verraten einen erlesenen Geschmack.
Sasha Waltz muss im Radialsystem V ein eigenes Theater mitbespielen, sie gastiert weiträumig und global, sie geht mutig in die Waldbühne mit ihrem Erfolgsstück «Dido & Aeneas» zu einem ganz anderen Publikum und stellt sich in der nächsten Spielzeit auch dem populären sozialen Mitmachprojekt von Simon Rattle und den Berliner Philharmonikern. Sie bespielt und verzaubert moderne ...
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Tanz Jahrbuch 2011
Rubrik: Die Hoffnungsträger, Seite 153
von Manuel Brug
Joachim Gerstmeier, was kuriert ein Kurator?
Ich sehe ihn nicht als Heiler, wie es das Wort nahelegt – im besten Fall als Akupunkteur. Mit der Ableitung von dem Lateinischen curare (sorgen, pflegen, bewahren) ist aber das ganze Spektrum angesprochen, vom Verwalter und Manager bis hin zum Künstler und Priester. Seine Begriffsgeschichte liegt in der bildenden Kunst....
Das Flüchtige nicht im Ungefähren
Auf seinem Schreibtisch im Hochschulübergreifenden Zentrum Tanz Berlin (HZT) steht ein hellgrünes Köfferchen: der «Choreografische Baukasten». An dessen Entstehung war Nik Haffner im Hintergrund mit beteiligt. Die kleine Kiste suggeriert, was künstlerische Bühnenarbeiter brauchen: Handwerkszeug (tools), Pflichten (tasks) und...
Die 1971 geborene Israelin Sharon Eyal hebt sich Stück um Stück von Mainstream und Mittelmaß ab: durch eine künstlerische Überlegtheit und Konsequenz vor allem, die man je nach Sichtweise auch erbarmungslos nennen könnte. Ihre Themen – Liebe, Beziehungskisten im weitesten Sinne – sind wirklich nicht originell, aber wo man sonst oft ein 08/15-Bewegungsrepertoire...
