«Die Tempeltänzerin» von Terence Kohler
Knarzende Türen, leiernde Tonbandaufnahmen, der umgekippte Kopf einer Götterstatue und düstere Schattenspiele: Beginnt so ein klassisches Ballett, noch eins nach Marius Petipas berühmter «Bayadère»? Es liegt nah in diesem wehen Anfang von Terence Kohlers «Die Tempeltänzerin», den Verweis auf eine rostige Vergangenheit zu sehen. Zudem Cineastisches in der Luft liegt. Unweigerlich kommen laufende Bilder von schaurigen Schwarzweiß-Streifen in den Sinn. Beides hat seine Berechtigung und geht doch nicht auf.
Der Hauschoreograf am Badischen Staatstheater Karlsruhe hat sich viel vorgenommen. Er nimmt ein Stück Tanzgeschichte und bemüht sich mit Bezug auf den indischen Bollywood-Film um einen zeitgemäßen Blickwinkel. Das kann nicht aufgehen. Anleihen aus Bollywood eignen sich zur Dramatisierung und Unterhaltung. Mehr Aktualität bringen sie nicht ins exotisch-romantische Spiel, zumal der junge Australier nicht in die Vollen greift.
Delikate Ton-in-Ton-Abstufungen statt Farbenrausch, keine Live-Musik, kein Gesang, sondern Minkus’ Originalkomposition vom Band – wer es nicht im Programmheft gelesen hätte, wäre auf die Inspirationsquelle Bollywood kaum gekommen. Immerhin steigert der mit dem ...
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Armes China. Wo nicht so getanzt wird, wie es die Menschen selbst bewegt, ist die Welt im Argen. In China gibt es darum nur eine Hand voll Tanzgruppen, die über die Verhältnisse tanzen. Dazu gehört dieses Jungkollektiv von Künstlern aus Shanghai, Zuhe Niao, das mit Tanz etwas ausdrückt, was nahe liegend nur mit Tanz ausgedrückt werden kann: das Schweigen müssen....
«Jeder Fotograf macht Portraits und jeder Maler. Nur auf der Bühne gibt es sie nicht. Warum?», fragt Michael Laub, dessen unnachahmlich sanft kratzende Stimme klingt, als dulde sie keinen Widerspruch des selbst gestellten Rätsels: «Die einzige Antwort, die ich bisher gefunden habe: Man kann ein Portrait nicht proben. Man kann es nur herstellen.»
Natürlich gibt es...
The story’s the thing. It’s what, I’d imagine, starts things off for Canada’s premiere dance storyteller, Sarah Chase. Her graceful words and movement intermingle with wonder and loss. Born in the Vancouver area, and formerly based in Toronto, Chase returned to her West Coast roots just a few years ago, with a move to Hornby Island in British Columbia (that is...
