adieu
«Ach, es wäre doch schön, wenn du für uns im Folkwang Tanzstudio ein bisschen das Management machen würdest!» Nicht viel anders klang mein händeringender Wunsch bei unserer ersten Begegnung. Deine Antwort mit Baby Nico auf dem Arm: «Warum nicht? Man kann's ja mal probieren.»
Nach jahrelangen Versuchen, Vorstellungsmöglichkeiten in bescheidenem Rahmen zu erhalten, war mein Hoffnungsschimmer schon ziemlich blass geworden. «Mal sehen ob's was wird!», war mein recht nüchterner Gedanke, ohne zu ahnen, was für eine Goldgrube wir mit Anne aufgetan hatten.
In den frühen 1980er-Jahren wuchs das Interesse für Tanztheater immens, zunächst in Europa, später auch weltweit. Mit enormem Elan und Tatendrang griff Anne die neuen Möglichkeiten auf, um Gastspiele mit dem Folkwang Tanzstudio und meinen Soli zu ermöglichen. Plötzlich ging es ab wie eine Rakete, nicht zuletzt mit Hilfe der Goethe-Institute.Wie hat Anne das alles geschafft? Statt einem Büro hatte sie alles im Kopf. In ihrem Schlafzimmer stand eine elektrische Schreibmaschine, die ohne viel Unterbrechung geklappert haben muss. Erst vor Kurzem entdeckte ich ihre vielen wunderbar geschriebenen Briefe mit klaren Forderungen und zugleich einer ...
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Tanz November 2016
Rubrik: Persönlich, Seite 29
von Susanne Linke
Schon bemerkenswert, wie häufig Nacktheit im zeitgenössischen Tanz neuerdings wieder zum Einsatz kommt! Nachdem etwa die Kanadierin Marie Chouinard ihr Publikum in den 1980er-Jahren mit ihrem nackten (urinierenden, masturbierenden) Körper schockierte, sehen wir derzeit Choreografinnen und Choreografen, die das Mittel der Nacktheit nutzen, um diverse Fragen...
Mit Helmut Scheier hat die Tanzwelt einen profilierten Kritiker verloren, dessen Interesse dem Ballett genauso galt wie anderen Spielarten der Choreografie, was sich in zahlreichen Aufsätzen und in Büchern niederschlug. Ich habe es immer als etwas Besonderes erlebt, dass er als ausgebildeter Theologe in diesem Beruf aktiv war. Näher kennengelernt habe ich ihn im...
noir & blanc
Schwarz ist auch eine Farbe. Vor allem in den Zwanzigern des vorigen Jahrhunderts signalisierte sie eine Offenheit, Energie und Lebensfreude, die uns heute im Zuge politischer Entwicklungen leicht verloren gehen könnten. Insbesondere Paris etablierte sich als Schmelztiegel der Kulturen, nachdem nicht zuletzt die Kubisten die afrikanische Kunst für sich...
