ich hatte glamour

Sir Peter Wright wird neunzig und hat seine Memoiren vorgelegt. Darin gibt der Choreograf, der einst beim Zünden des Stuttgarter Ballettwunders assistierte, ungeschminkt Auskunft über sich und seine Kollegen.

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Peter Wright, in Ihren Memoiren, die vor wenigen Wochen erschienen sind, nehmen Sie kein Blatt vor den Mund. Sie beschönigen nichts. Nicht Ihre Zeit beim Ballett der Württembergischen Staatstheater. Nicht Ihre Erfahrungen mit John Cranko, dem das Stuttgarter Ballettwunder zu danken ist.
Ich sage die Wahrheit. Warum sollte ich verschweigen, dass die sechs Jahre mit John nicht eben einfach waren? Er war schwierig. Das Theater war schwierig. Ich war schwierig.

Die Zeit war schwierig. Das Ballett musste noch um jeden Zuschauer kämpfen.


Koegler war schwierig …

Sie sprechen von Horst Koegler, einem der einflussreichsten Kritiker im Nachkriegsdeutschland.
Ja. Aber wir hatten einen Fokus, fühlten uns wie Pioniere. Wir mussten uns alles erkämpfen. Und John war ein guter Kämpfer. Sein Wirken hat die Stadt nachhaltig verändert.

1973 ist er gestorben. Seine Choreografien sind, wie Sie nicht zuletzt während der letzten Ballettwoche sehen konnten, nach wie vor voller Leben.
Und das nicht nur in Stuttgart. Ich wünschte, wir könnten an Londons Opernhaus in Covent Garden mehr von ihm sehen als nur seinen «Onegin». Immerhin hat das Birmingham Royal Ballet nicht nur Kreationen aus seiner Londoner Zeit ...

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Tanz November 2016
Rubrik: Traditionen, Seite 54
von Hartmut Regitz

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