Die Hoffnungsträger
Keine verkörperte die Olympia wie sie, voll erlesenem Geschmack, dabei auf eine aparte Art verführerisch und mit einer Erhabenheit, der auch die Zurückweisung durch Armand nichts anhaben konnte. Jeder, der seinerzeit bei der «Kameliendame» von John Neumeier in Stuttgart mitgefiebert hat, wird Nora Kimball in lebhafter Erinnerung haben – ebenso wie Márcia Haydée, Birgit Keil, Egon Madsen, Richard Cragun, Reid Anderson und all die anderen Interpreten einer balletthistorischen Uraufführung.
Es ist nicht die einzige Partie, die die Amerikanerin auf unnachahmliche Weise prägte.
Nora Kimball hat viel getanzt – schon beim American Ballet Theatre, lang bevor eine Misty Copeland angeblich als erste afroamerikanische Ballerina dort für Furore sorgte, noch mehr beim Stuttgarter Ballett unter Glen Tetley und Márcia Haydée, später beim Nederlands Dans Theater vor allem Jiří Kyliáns wegen. Schließlich unvergessen lange Jahre beim Frankfurt Ballett unter William Forsythe, dessen Assistentin sie gelegentlich war.
All das ist ein Weilchen her und doch auf eine unbegreiflich zeitlose Weise wieder gegenwärtig, wenn Nora Kimball, inzwischen mit dem Fotografen Dominik Mentzos verheiratet, Mutter zweier ...
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Tanz Jahrbuch 2016
Rubrik: Die Saison 2015/16, Seite 163
von Hartmut Regitz
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