4 Elements, 4 Seasons

auf DVD

Tanz - Logo

Frischer Wind weht durchaus wörtlich, wenn im «Sommer» auf einmal «der Nord ins Gesicht» bläst, wie es im «Sonetto Dimonstrativo» heißt, das Antonio Vivaldi seinen «Vier Jahreszeiten» voranstellt. Brigitte Kramer und Jörg Jeshel lassen dabei sich und die Kameras von der stürmischen Inszenierung so mitreißen, dass der Zuschauer versucht ist, sich am Stuhl festzuklammern.

Nicht nur hier gelingt es Juan Kruz Diaz de Garaio Esnaola, das Publikum zu packen.

Als Musikkenner und ausgewiesener Countertenor inte­griert das Ensemblemitglied von Sasha Waltz & Guests die Mitglieder der Akademie für Alte Musik so, dass sie sich nicht hinter Notenständern verschanzen können. Midori Seiler, die wunderbare Solistin, steht zwischendurch immer wieder Kopf, ohne das Stück je zu vergeigen. Das «choreografische Konzert», eine Abfolge von Tableaux vivants auf der Grundlage von Vivaldis Sonetten, schafft jederzeit eine bildhafte Verschmelzung von Klang und Körper.

Das ist auch bei den «4 Elementen» nicht anders, die den «Jahreszeiten» den Boden bereiten: eine fast vergessene Ballettmusik des Barockkomponisten Jean-Féry Rebel, die mit einem seinerzeit unerhörten Cluster einsetzt und damit das «Chaos» zu ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Tanz März 2010
Rubrik: Medien, Seite 61
von Hartmut Regitz

Vergriffen
Weitere Beiträge
Massimo Furlan: «You can speak, you are an animal»

Wenn Witze töten, wenn Künstler sich ihrer Jugend erinnern … Massimo Furlan, der Italo-Schweizer, liebte den Post-Punk von Killing Joke, ist bis heute Fan von Jaz Coleman, dem Lead­sänger der Aufrührer aus London. Heute schreibt Coleman Arrangements für Symphonieorchester, aber sein Lebenswandel ist noch immer für einen Skandal gut. Furlan widmet ihm einen...

Nacho Duato: «Vielfältigkeit. Formen von Stille und Leere»

Das ist ein protestantischer Beginn: der Vorhang offen, die sparsam beleuchtete Bühne leer bis auf ein Objekt, das ein Notenpult sein könnte, tiefe Schwärze im Hintergrund, dazu die ersten Takte der Aria aus den «Goldberg-Variationen» von Johann Sebastian Bach. Ein Tänzer huscht herein, flext die Füße, zirkelt die Arme, andere folgen. Als seien sie seine...

Johann Kresnik: «Felix Nussbaum»

70 Jahre und kein bisschen Weise: Auch im neuesten Beispiel choreografischen Theaters setzt Johann Kresnik eine Nackte in die Torte. Ohne mit der Wimper zu zucken, streckt ein SS-Scherge eine Frau nieder, während andere mit der Kreissäge die Köpfe der Inhaftierten «rasieren». Ungerührt schminkt sich währenddessen Rudolf Höß, Lagerkommandant im Konzentrationslager...