Runde Sache
Vor fünf Jahren, als Merce Cunningham sein mit virtuellen Tänzern bestücktes Werk «Biped» herausbrachte, träumte der letzte große Kongress zum Thema Tanz und Neue Medien von der großen Verschmelzung der virtuellen Realität mit der körperlichen Entität. Nach dem Traum kam nichts mehr. Ein unlösbarer Widerspruch war enstanden, ein Paradox: Je selbstverständlicher der Computer Einzug in den Alltag hielt, umso geringer wurde die Nachfrage nach interaktiver Kunst.
Wie selbstverständlich wurden zwar «Viren», «Scanner», «Matrix» Teil des allgemeinen Vokabulars; Begriffe, die die körperliche Abwehr vor den Neuen Technologien bezeichnen. Umgekehrt aber wirkt der Körper als Projektionsfläche dieser totalen Manipulation von Bildern ästhetisch wie ein alter Hut.
In Dresden hält das Festival CYNET Art weiter tapfer dagegen und lädt aus Kanada die unermüdliche Pionierin Isabelle Choinière ein. In München gibt Chris Ziegler nicht auf. Zuletzt beim dortigen Festival Dance kam sein neues Werk raus: «Turned». Vor fünf Jahren hätte jeder Tanz-und-Neue-Medien-Kongress begeistert zu tanzen begonnen. Denn so viel technische und choreografische Perfektion gab es damals noch nicht. Ziegler ist in den ...
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