The Back of Rio
Wenn Lia Rodrigues auf den Balkon ihres Apartments tritt, kann sie den Corcovado sehen, eines der Wahrzeichen von Rio de Janeiro. Die Jesus-Statue segnet mit ausgebreiteten Armen die Stadt – und Lia hat sie täglich vor Augen.
Gávea ist eins der besseren Wohnviertel von Rio de Janeiro. Die schicken mehrstöckigen Häuser sind eingezäunt, natürlich gibt es Wachpersonal, das das Kommen und Gehen registriert. Ganz in der Nähe liegt der botanische Garten, den Lia oft besucht. Alles wächst hier in verschwenderischer Fülle.
Von ihrem Zuhause im Süden macht sich die Choreografin jeden Tag auf den langen Weg Richtung Norden. Zielpunkt ist Maré, eine der Favelas von Rio de Janeiro, die sich zwischen den Expressways Linha Vermelha, Linha Amarela und Avenida Brasil ausbreitet. Vor drei Jahren hat Rodrigues ihren Probenraum nach Maré verlegt. «Die Favela ist nicht irgendwo an der Peripherie, die Favela ist überall», sagt die Choreografin. Damit drückt sie präzis das Bewusstsein der brasilianischen Kunst-Szene aus. Die Favela, ein Ort der Gewalt, wird zum Ort der Kreativität und des Widerstands.
Man sieht gleich, wann man die unsichtbare Grenze zu Maré passiert. Unter der Autobahn stehen Reihen ...
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Daniel Schnyder gibt den Ton an. Er wippt auf dem Stuhl, animiert zwischendurch das Carmina Quartett und spielt gleichzeitig auf seinem Sopransaxophon seine «Aria Vivaldi» so engagiert, als wollte er das Publikum mitreißen. Doch das sitzt im Nikolaisaal der Stadt Potsdam bequem in seinen Sesseln, und deshalb ist es dem Leiter der Stuttgarter Crossover Academy...
I meet Margaretha Åsberg in her lofty studio situated in an old building on Skeppsholmen, a tiny island in the middle of Stockholm. The sun is shining through the high windows of the building that was formerly used for torpedo maintenance and is still called The Torpedo Workshop. Today the building houses Moderna Dansteatern, founded by Margaretha Åsberg.
Margaretha...
Stille. Zwölf Tänzer strömen ins Bild, verteilen sich in einem großflächigen, mit blauem Klebeband markierten Quadrat. Dann: Die Tonspur stürmt los, die Interpreten auch. Es beginnt ein endloses Bewegen, man eilt, dreht sich, immer verankert; gestreckte Arme sind Hebel, Körper sind Massen; mit einem Griff werden auf dem Bauch gestrandete Tänzer auf den Rücken...
