Theater ohne Fluchtpunkt
Das Festspielhaus im Dresdner Stadtteil Hellerau ist ein schlichter Bau, kein Kulissentheater, das einst die Regisseure zwang, die Akteure nur mehr posieren und deklamieren zu lassen. Bis der Schweizer Theaterreformer Adolphe Appia (1862–1928) als «Bilderstürmer» diese alte Maschinerie der Stadttheater zugunsten «dynamischer Raumfindungen» verwarf.
Appia, so die Herausgeberinnen einer Anthologie, suchte «die Neukonfigurierung des Bühnenraums in beweglichen Elementen (Praktikabeln), die Komposition der Aufführung in szenischen Modulen sowie eine Mediatisierung der Bühne (durch den Einsatz von elektrischem Licht, Screens und Projektionen)». Appia gilt damit als ein Erfinder auch der Ästhetik des zeitgenössischen Tanzes, wie es 2007 die Tagung «Theater ohne Fluchtpunkt» in Hellerau vermutete, deren Dokumente drei Jahren später endlich vorliegen. Richard Beacham spricht in seinem Beitrag vom Theater nicht mehr als Behälter für Zuschauer und Tänzer, sondern von einem «lebenden Organismus», einem «körperlichem Raum». Dieser Raum sollte nunmehr beweglich sein, auch dadurch, dass Appia diffuses Tageslicht erlaubte, wie in der Antike, und es, damals revolutionär, durch elektrisches Licht zu ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
wird zum Jahresbeginn 2011 Direktor des St. Petersburger Michailowski-Balletts. Der langjährige Leiter der spanischen Compañía Nacional de Danza, der seinen Vertrag in Madrid aus politischen Gründen nicht verlängerte, soll am Michailowski-Theater nach dem Willen von Intendant Wladimir Kechman für eine Modernisierung der bisher rein klassischen Kompanie sorgen. Der...
Janet Eilber, seit 2005 sind Sie künstlerische Direktorin des Martha Graham Center of Contemporary Dance. Sie haben die Kompanie aus den Turbulenzen nach Martha Grahams Tod geführt und sind nun dabei, das Repertoire behutsam zu erneuern. Und Sie unterrichten die Fortgeschrittenenklasse der Martha Graham School of Contemporary Dance. Haben Sie dafür überhaupt noch...
Die größte Fotoschau in Spanien heißt «PhotoEspaña». Sie ist keine Messe, sondern eine Kunstschau, die überall in Madrid in Museen, Galerien und Kulturräumen zu sehen ist. Einer dieser Orte heißt Canal de Isabel II, ein siloartiges Gebäude. Dunkel und kühl ist es drinnen, die Augen benötigen einen Moment, um sich zu gewöhnen. Kleine Lampen beleuchten riesige,...
