ein staubtuch für petipa

Wie man Klassiker pflegt. Gezeigt am Beispiel des Bayerischen Staatsballetts aus Anlass der Rekonstruktion von «Paquita»

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Wenn sich am 12. Dezember im Münchner Nationaltheater der Vorhang für «Paquita» hebt, ist das für viele ein Ereignis wie ein Debüt. Doch die Einstudierung von Alexei Ratmansky ist der Höhepunkt einer konzeptuellen Klassikerpflege, mit der das Bayerische Staatsballett ein weithin beachtetes Beispiel gibt. Beispiel deshalb, weil sich keine Kompanie hierzulande über Jahre hinweg so systematisch um die Erneuerung der Ballettüberlieferung gekümmert hat, ohne darüber das zeitgenössische Repertoire aus dem Auge zu verlieren.

Die Meisterwerke der Moderne stehen hier mit einer unhinterfragten Selbstverständlichkeit auf dem Spielplan. Unter dem Schlagwort «Tanzland Deutschland» werden Entwicklungen aufgezeigt, die das Ballett der Gegenwart geprägt haben. Zugleich wird dem Künftigen insofern ein Weg geebnet, als Richard Siegal noch in dieser Saison innerhalb einer abendfüllenden Kreation die Möglichkeiten eines zeitgemäßeren Choreografierens erforscht.

Ob Konstanze Vernon von Anfang an dieses programmatische Spektrum beabsichtigt hat, lässt sich nicht mit absoluter Gewissheit sagen. Der Dramaturg Wolfgang Oberender vermutet vielmehr pragmatische Gründe, die letztlich zur stilistischen ...

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Tanz Dezember 2014
Rubrik: traditionen, Seite 56
von Hartmut Regitz

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