Turnen für Russland

Olga Pona: «Nostalgia» in Düsseldorf

Tanz - Logo

Im Zentrum von Olga Ponas Tanzstück «Does The English Queen Know What Real Life Is About?», uraufgeführt im Mai 2004 in der Heimat ihres Tanztheaters in Chelyabinsk knapp hinterm Ural, steht ein Gerüst. Daran lässt sich trefflich turnen. Seitlich führen Stahlleitern auf  ein schräges, mit kreisrunden Durchschlüpfen versehenes Flachdach, von dem kräftige Schlingen, in die man den Körper oder einzelne Glieder betten kann, in den offenen Innenraum herabhängen.


Zu Beginn hieven fünf Männer die kerzengerade ausgestreckten Körper von vier Frauen auf die Szene und aufs Dach, wo sie sich räkeln und strecken. Den Männern gehört erst die zweite Sequenz des Stücks. Während die Musik von R. Ikeda und R. Dubinnikhov pfeift und zischt, brodelt und rülpst geht es auch hier turnerisch zu, auch wenn sie auf dem Bühnenboden bleiben. Nur zeitweise vollführen die Frauen ihre Bodenübungen gemeinsam mit den Männern, ehe sie sich, am Ende des 45-Minuten-Stücks, alle ins Gerüst begeben und  zärtliche Zweisamkeit vorführen. Auf einem Video im Hintergrund fährt die Kamera über eine karge Landschaft; dann schreiten russische Menschen in ländlich-plumper Winterkleidung daher, ehe sie gemeinsam ihre Holzlöffel ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Tanz März 2005
Rubrik: On Stage, Seite 44
von Jochen Schmidt

Vergriffen
Weitere Beiträge
Die Norm der Form

In die heimelige Atmosphäre des gediegen restaurierten Görlitzer Theaters, stellt Franz Huyer seinen intimen Dreiteiler, dem das Schluss-Stück den Titel gibt: «Boléro». Um den inneren Zusammenhalt der gegensätzlichen Themen zu wahren, hat er auch selbst die Ausstattung entworfen. Auf Diagonalschräge trennt ein lamellierter grauer Vorhang die Szene in ein Davor und...

Der Performance-Musiker

Noch einer, der seine Koffer packt. Alexander Frangenheim, Bassist und Spezialist für improvisierte Musik, will spätestens im Sommer den Umzug von Stuttgart nach Berlin schaffen. Eine Häutung habe er hinter sich, so Frangenheim: «In Berlin gibt es eine große offene Szene. Ich habe mich sofort zu Haus gefühlt, weil ich Tänzer und Musiker treffe, mit denen ich was zu...

Tim Rushton

Tim Rushton was opening the tiny dance stage at Copen­hagen’s new Opera with “Kridt” (see the review section), after its inaugural presentation to the Queen, the sponsor and the well-heeled, as well as to the general public by way of live TV broadcast. The dancers,  dressed simply in sombrely coloured trousers and little black dresses, matched the new, entirely...