Pilar López
Pilar López trat im «Kursaal» auf, im «Principal» oder im «Príncipe Alfonso». Allesamt vornehme Lokale, vornehmer zumindest als die verkommenen Cafés Cantantes, die dem Flamenco so lange eine zweifelhafte Bühne geboten hatten. Schlichtes, derbes Kabarett hatte es dort gegeben, aber nun, zu Beginn der 1920er Jahre, zog der Flamenco in ein gediegeneres Ambiente. Zaghaft und unter Berufung auf Paris, wo der Flamenco längst schon in Mode war, entschloss sich auch das spanische Bürgertum, an der Musik aus dem Süden des Landes Gefallen zu finden.
So entdeckte die feine Gesellschaft Pilar López, die junge Tänzerin, die schon im Alter von fünfzehn ihre professionelle Karriere begann, die sie im Handumdrehen ganz nach oben führte, die auch eine klassische Musikausbildung genossen hatte, Klavier spielen konnte und den rauen Klang des Flamencos etwas abschliff, ihn weicher, gefälliger machte.
«Kursaal» und «Príncipe Alfonso»: Es braucht solche Namen, um sich klar zu machen, welche im Wortsinn Jahrhundertfigur der Flamenco verloren hat. Pilar López, geboren 1912, wuchs in eine nicht nur für den Flamenco schwierige Zeit hinein. Mitte zwanzig ist sie, als General Franco das Land in einen ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Wer Feste und anderweitige dionysische Räusche bis dato als eine Art Kurzurlaub vom (Arbeits-)Alltag verstanden hat, kennt den Partyservice von God’s Entertainment noch nicht. Die junge Wiener Performance-Truppe hat sich in der Sparte «Angewandte Sozialkritik» – mit dem Stilmittel aktiver Publikumsbeteiligung – einen Namen gemacht und zeigt, was man sich konkret...
Man hätte schon durch den Titel gewarnt sein müssen. «Tschaikowskys Träume» – ein Zweiteiler, der von Luisa Spinatelli mit allzu vielen aus dem Bühnenhimmel herabfahrenden Prospekten ausgestattet wurde, auf die ein seiner Farben verlustig gegangener Nolde verschwommene Bilder gemalt haben könnte. Im Theater Mönchengladbach ist Zeit-Totschlagen angesagt. Norths...
Matteo Levaggi, 30 year-old resident choreographer of Balletto Teatro di Torino, has premiered a new “Petrouchka” of his very own in Modena: with no need to play through the plot again, there is all the more need for pure dance. The characters of the original ballet can just about be discerned, thanks only to their familiarity.
First of all, Stravinsky’s score is...
