Artenvielfalt
Es gibt Intendanten in allen Varianten. Allen gemein ist: Sie sind die letzten Feudalherren – und so regieren sie auch. Nicht alle. Wir wollen gerecht sein. Aber doch die meisten. Genau die wünschen wir in den Orkus. Denn sie lieben es, den Künstler zu demütigen, die Tänzerin zum Weinen zu bringen, sie herabzuwürdigen, süffisant und verächtlich. Wir dürfen öffentlich nicht darüber reden. Dafür sorgen Verschwiegenheitsklauseln in den Verträgen.
So werden die Granden geschützt – und wir leiden weiter, manche bis zum Burn-Out, unter den Eitlen, Machtgeilen, Herablassenden, Abgebrühten, Sadisten und Verlogenen, die sich gern das Mäntelchen des Pragmatikers umhängen und auf der Bühne am liebsten die hehren Themen verhandeln: Zivilcourage, Widerstand gegen die Mächtigen und die Ungerechtigkeiten der Welt! Aber im eigenen Haus wird munter intrigiert, wird niedergemacht und (vorzugsweise im Fall von Frauen) diskriminiert, bis hin zum sexistischen An- oder Übergriff. Nur wenige der hohen Herrschaften bewahren trotz feudaler Machtakkumulation menschliche Züge, haben ein echtes Interesse an künstlerischer Auseinandersetzung, an Menschen und den ästhetischen Standards einer Sparte, die nicht ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Tanz März 2018
Rubrik: Warm-Up, Seite 1
von Freya Pauls (Name geändert)
Armando Braswell, wie kamen Sie zum Tanz? Ich wuchs bei einer Pflegefamilie auf, in einer kriminellen Ecke im New Yorker Stadtteil Brooklyn. Damals rettete der Tanz mein Leben. Er gab ihm einen Sinn, forderte mich heraus. Weil ich tanzte, tat ich nicht das, was meine Freunde taten – und das war gut so. Tanzen bedeutete für mich eine Zukunft, ein Ziel, hart zu...
Alexei Ratmansky, wann sind Sie dem Werk von Marius Petipa zum ersten Mal begegnet?
In der Ballettschule. Marius Petipas Choreografien sind wichtiger Bestandteil der Ausbildung in Russland und im Repertoire aller Theaterhäuser.
Was haben Ihnen diese Ballette als Kind gesagt?
Ich habe nicht groß darüber nachgedacht. Das war einfach das klassische Repertoire.
Welc...
Pläne der Redaktion
Der Heizer Robert Smith will sich einfach nicht anpassen in der westlichen Welt. Perfekter Stoff für Frank Castorf: Eugene O’Neills «Der haarige Affe» in Hamburg.
#MeToo: Julia Riedler, Judith Rosmair und Hildegard Schmahl über Theaterarbeit, Macht und Männer.
Er war in den 60er Jahren ein Bühnenrevolutionär, dessen Entwürfe auch heute noch ...
