Nelisiwe Xaba
Das einzige Problem ist ihr Nachname, bei dessen Aussprache sich unsereins immer blamiert – er beginnt mit einem schnalzenden Xhosa-Klick. Deshalb hat man sich in Europa angewöhnt, von «Nelli» zu sprechen, wenn man Nelisiwe Xaba meint, und das tut man jetzt öfter. Die frühere Tänzerin bei Robyn Orlin, die schon immer auch eigene Sachen machte, hat von Soweto aus die Welt erobert. Mit einem Stipendium für die Rambert Dance Company lernte sie die Londoner Tanzszene kennen, kehrte nach Südafrika zurück und probierte die unterschiedlichsten Formen und Formate aus.
Ihre Aufführungen sind ironisch und vielschichtig, vom frühen Solo «Plasticization» bis zur jüngsten Arbeit «Black! … White?».
Sie liebt die elegante Form, die ungelösten Rätsel und die Zusammenarbeit mit Künstlern aus anderen Richtungen. Nelli, die Tänzerin und Choreografin, tut sich gern mit Theaterleuten zusammen, mit Malern, Musikern oder Filmemachern. Gemeinsam entwickeln sie ungewöhnliche Crossover-Stücke jenseits aller Schubladen und Trends, stets auf der Höhe der Zeit und mit dezidiert amüsanten Meinungen zu den ernsteren Fragen des Lebens. Ob sie mit der Tänzerin und Choreografin Kettly Noël ein abgründiges ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Er halte «Text-Andachten» ab, spöttelte man über den Regisseur Laurent Chétouane. «Heilige Kunstexegese», in der sich die Akteure viel zu wenig bewegten. Und ausgerechnet so einer wechselt die Szene, nennt sich «Choreograf» – und ist damit die ästhetische Bereicherung für die deutsche freie Tanzszene. Erst will Chétouane, Jahrgang 1973, Ingenieur werden. Er...
Aggression und unterschwellige Botschaft, latente Kritik an militaristischem (Tanz-)Gleichschritt, wahnsinnige Politiker und drucksende Anhänger, unterjocht oder begeistert, dazu die eigenen Hardrock-Attacken: Sein neues, sein sechstes und sein erstes abendfüllendes Stück mit dem nicht weiter ergründeten noch erklärten Titel «Political Mother» ist wieder ein...
Einst wurde mit großem Aufwand in Deutschland kommunale Kulturpolitik betrieben – man denke nur an Hilmar Hoffmann in Frankfurt am Main. Wer sonst sollte den Bürger auch mit Kultur versorgen? Das weite Land, der ferne Staat? Aber das effiziente Instrument ist zu einem ungeliebten Stiefkind verkommen. Seit die Stadtsäckel immer enger geschnürt werden, versuchen...
