Bangalore
Die Zeiten haben sich geändert. Die Holzstühle und -tische, Wahrzeichen des deutschen Tanztheaters, sind aus dem Café Müller verschwunden. Ebenso die gläserne Drehtür, durch die man die rothaarige Frau im Geiste noch hereinstöckeln sieht. Bei der Uraufführung im Düsseldorfer tanzhaus nrw lümmeln sich die Paare in weißen Gartenstühlen. Eine Wand im Hintergrund trägt die aus Klebeband gestaltete Aufschrift: «closed». Eine geschlossene Gesellschaft, die in entspanntem Ambiente Wiedersehen feiert.
Die Besetzung aus Pina Bauschs Opus magnum «Café Müller» (1978) – ohne die Pina-Figur – kommt in Fabien Priovilles ironischer Fortsetzung «La Suite» noch einmal zusammen.
Der Tänzer und Choreograf, der viele Male in dem Klassiker auf der Bühne stand, will offene Fragen klären. Er hatte mal den Part von Jan Minarik inne, der damals Malou Airaudo und Dominique Mercy unermüdlich in einer Umarmung zu verbinden suchte. Mit «La Suite» hofft der Franzose, mit seiner Wuppertaler Vergangenheit, die ihn wie ein Echo verfolgt, endlich abzuschließen.
Ist es nicht vermessen, ein solches Werk anzupacken? Oder ist es erfrischend selbstbewusst angesichts der inflationären Pina-Huldigungen im Wuppertaler ...
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Tanz Februar 2017
Rubrik: Kalender und Kritik, Seite 43
von Bettina Trouwborst
Als Tänzer tritt er heute nur noch wohldosiert in Erscheinung. Der Bühne bleibt er dennoch treu. Mikhail Baryshnikov widmet seine beeindruckende Erfahrung als Performer inzwischen vornehmlich anderen Projekten – aktuell zu Ehren seines Freundes, des exilierten russischen Dichters Joseph Brodsky, der 1996 verstarb.
Für die Produktion «Brodsky/Baryshnikov», in Szene...
Sie fühlt sich an wie Bimsstein, sieht aus wie die Membran einer weißlichen Koralle, ist von Rillen und Furchen in zigtausendfacher Ausfertigung durchzogen und soll Hamburgs neues Wahrzeichen in die Weltliga der Konzerthäuser führen: die Gipsplatten-Verschalung, die der Akustiker Yasuhisa Toyota für die Wände der Elbphilharmonie entworfen hat. Organisch fügt sich...
Na also, geht doch! Man braucht nicht viel Fantasie, um sich ähnliche Reaktionen auf die Vergabe des Preises vorzustellen, mit dem die Stadt Stuttgart und das Land Baden-Württemberg 2017 zum zweiten Mal freie Tanz- und Theaterensembles fördern. Denn obwohl die freie Szene in der Landeshauptstadt seit Jahren um eine eigene Spielstätte und die damit verbundene...
