ein Haus...
...auf der Bühne ist immer ein bisschen kleiner als in Wirklichkeit. Menschen dagegen bleiben auf dem Theater stets von gleicher Größe. Weil Alice im Wunderland schrumpfte, aus einem Fläschchen trank und daraufhin so schrecklich wuchs, dass sie zu groß für so ein Haus wurde, greift jedes Theater zum gleichen Trick: Es macht das Haus ein wenig kleiner, damit Alice größer erscheint. Das Theater passt die Realität den Menschen an, nicht die Menschen an eine veränderte Realität.
Auch Christopher Wheeldon nutzt diesen Effekt für «Alice's Adventures in Wonderland».
Aber die britische Ballettwelt ist geschockt. Denn das Wunderland wird buchstäblich zum Negativ des viktorianischen Biedermeier. «Home Sweet Home» ist auf das kleine Haus gestickt, in dem die Ballerina zu Übergröße aufkeimen könnte. Doch Wheeldon inszeniert exakt das Gegenteil. Das Ballett wird klein und kleiner, die visuellen Effekten werden immer größer. In einer unheilen Welt spielt der Mensch kaum eine Rolle. Das transatlantische Wunderkind Christopher Wheeldon hat mit dem ersten neuen Handlungsballett nach sage und schreibe 16 Jahren am Royal Opera House nichts weniger als ein Beben verursacht: Der Mensch und sein Tanz ...
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Tanz Mai 2011
Rubrik: editorial, Seite 1
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...gewann zum zweiten Mal den Preis für Choreografie beim «Internationalen Solo-Tanz-Theater Festival» in Stuttgart. Nach dem Solo «Conductivity» 2009 siegte sie diesmal mit ihrer Arbeit «Grief Point» für Moo Kim, der den ersten Preis für die beste Tanzdarbietung abräumte, weil er sich «auf sehr reichen tänzerischen Ebenen» bewegt. Sidra Bell, deren gleichnamige...
...heißt ein berühmter Text des deutschen Philosophen Hans Blumenberg. Roberto Zappalà, Choreograf aus dem sizilianischen Catania, zeigt das gleichnamige Stück am 7. Mai in der Schwankhalle in Bremen im Rahmen des Festivals «dancing roads compact». Der Mensch, heißt es bei Blumenberg, solle «in seiner Lebensführung den Bedarf an Wegzehrung so beschränken, dass...
Vladimir Malakhov sieht ganz schön alt aus. Gelangweilt blättert er, vor dem Spiegel auf seinen Auftritt wartend, in einem Magazin. Sitzt lustlos da im gestrickten Liebestöter. Erst als er sich beobachtet fühlt, springt er auf, bedeckt seine scheinbare Blöße. Zu spät. Alle Illusion ist perdu. Dorothy und die Ihren haben längst begriffen, dass sie einem Schwindler...
