excelsior

auf dvd

Tanz - Logo

Es war das womöglich größte Spektakel in der Geschichte des Balletts: «Excelsior», 1881 von ­Luigi Manzotti choreografiert. Eine unvorstellbar große Zahl von Darstellern, eine opulente Ausstattung und als sensationell empfundene bühnentechnische Effekte rissen das Publikum in der Mailänder Scala buchstäblich von den Sitzen. Und mehr noch: Im Jahr der Uraufführung erlebte diese Huldigung des technischen Fortschritts an der Scala rund 100 Aufführungen, wurde an vielen italienischen Theatern einstudiert, ebenso in den Metropolen Europas und Amerikas.

Nach 1930 geriet «Excelsior» in Vergessenheit. 1967 für das Festival «Maggio Musicale» in Florenz wiederbelebt, verbreitete sich das Werk in der Choreografie von Ugo Dell’Ara erneut in Italien.

Nun hat Arthaus Musik die 2002 entstandene Live-Aufnahme mit dem Ballett der Scala, die früher bei TDK erhältlich war, herausgebracht. Sie ist auf ihre Weise ein Zeitdokument, denn Dell’Ara versucht durchaus, die spezifische Aura von Manzottis Ballett nachzuempfinden. Doch kommt er nicht über brave klassische Arrangements, farbenfrohe Aufzüge und grimassierende Gestik hinaus. Was Ende des 19. Jahrhunderts den Theatergängern buchstäblich den Atem ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Tanz April 2010
Rubrik: medien/dvds, Seite 61
von Klaus Kieser

Vergriffen
Weitere Beiträge
Stefano Giannetti: «Grazie und Anmut»

Ein leeres, weißes Tanzpodest erhebt sich in der Werkstattbühne des Pfalztheaters, oben von einem Fries mit Bildern aus der Zeit der Ballets Russes umgrenzt. In der Mitte steht ein Stuhl für Sergei Diaghilew, der in seinem weißen Anzug das Spiel auf der Bühne in Gang setzt. Er sieht Ausschnitte aus «Giselle», aus Bronislawa Nijinskas «Les noces» und «Les biches»,...

gehen wir zu dir

Tanzen kann man überall. Im Wohnzimmer, in der Wüste Negev, im Fahrstuhl. Solange man allein ist. Kaum aber will einer vor wildfremden Leuten in der U-Bahn, im Supermarkt oder auf den Tischen im Restaurant tanzen, da ist Schluss mit lustig. Dann wird die Welt zu eng, der Tanz rückt einem auf die Pelle, und die Haut wird einem unwohl. Wenn einer tanzt, nimmt er sich...

wie frei ist der tanz?

Jean-Christophe Maillot, hier in Monaco bedient sich der Grimaldi-Staat des 100. Jubiläums der Ballets Russes, um sich als Nation darzustellen. Sie aber haben, mal ehrlich, ein Programm erstellt, in dem Sie sich Stück für Stück offenbar von der Tradition befreien wollen.

Ich habe meine Arbeit für das Jubiläum der Ballets Russes über die ganze Saison konzipiert....