berlin: Young Jean Lee: «Untitled Feminist Show»
«Precarious Bodies» lautet der Titel einer Veranstaltungsreihe der Kulturstiftung des Bundes, die Anfang April in Berlin das Hebbel-am-Ufer-Theater mit einer ganzen Reihe von Performances bestückt. Der belgische Universal-Künstler Jan Fabre steuert die Reenactments von «Es ist Theater, wie zu erwarten und vorherzusehen war» (1982) und «Die Macht der theatralen Torheit» (1984) bei, auf dass sie sich mit den Grenzüberschreitungen der nächsten Generation messen.
Als da sind vor allem: Panaibra Gabriel Candas «Times and Spaces: The Marrabenta Solos» und Young Jean Lees aus New York importierte «Untitled Feminist Show». Wo der Mann aus Mosambik dem körperlichen Abdruck der Kolonialvergangenheit nachspürt, will die amerikanisch-koreanische Choreografin die gängigen Schönheitsklischees auseinandernehmen – ein Vorhaben, das nicht rundherum glückt, wie die Pariser Premiere bewies.
Vier splitternackte Damen schreiten mitten durch das Publikum die Saaltreppen herunter. Eine von ihnen trägt beeindruckende Speckgürtel. Als sie die Bühne erreichen, erscheinen zwei weitere Damen im Evaskostüm aus den Kulissen. Young Jean Lee will Frauenkörper in der ganzen Bandbreite ihrer Verschiedenheit zeigen. ...
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Tanz April 2013
Rubrik: kalender und kritik, Seite 34
von Thomas Hahn
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