Die Hoffnungsträger
Neulich bin ich richtig überrascht worden. Die Vorstellung fand in einem leeren Klassenzimmer statt. Wo sonst die Lehrerin steht, spielte eine Frau am DJ-Pult. Die Zuschauer drückten sich an den Wänden entlang, als die mütterlicherseits aus Sri Lanka stammende Sara Mikolai mit verdecktem Gesicht und nacktem Rücken den Raum be-trat, um wie angekündigt ein Ritual zu vollziehen.
Die am Hochschulübergreifenden Zentrum Tanz in Berlin studierte Dame nahm uns die Parade ab, schaute streng in jedes Augenpaar.
Dann verschwand sie hinter einem Paravent, versprühte tröpfchenweise Wasser auf dem Boden. Was immer sie zum Puls vom DJ-Pult aus tat, es war nicht unbedingt fesselnd. Bis zu diesem ganz und gar unerwarteten Augenblick. Sie hatte sich in etwas hineingesteigert. Es traf sie eine Wut. Wie in einer einzigen Bewegung zerschlug sie die spärliche Einrichtung, riss die Bilder von der Wand, schmiss einen Tisch um, prügelte den Paravent zu Boden. Es war ein Wunder, dass die Umstehenden nicht zu Schaden kamen. Sie hätte am liebsten jeden hier windelweich geprügelt. Sie war nicht länger Herrin in ihrem Haus. Sie zerstörte es. Nur, weil die Frau am DJ-Pult den Finger vom Regler nahm und sich mutig ...
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Tanz Jahrbuch 2016
Rubrik: Die Saison 2015/16, Seite 166
von Arnd Wesemann
platzt förmlich vor Energie, wenn er mit dem New York City Ballet auf der Bühne tanzt, egal ob in Balletten von George Balanchine, Peter Martins, Alexei Ratmansky oder Justin Peck. Mit seiner naturgegebenen Spannkraft, seinem biegsamen Torso und einem beachtlichen Gespür fürs richtige Atmen veredelt er die Architektur und Expressivität jeder Choreografie. Weitet...
Klassik, Moderne, Zeitgenossenschaft – in seinem Repertoire war alles vertreten. Zuletzt kam Pina Bauschs «Für die Kinder von gestern, heute und morgen» dazu, Krönung und Schwanengesang der Ära Ivan Liška
Noch zwei Vorstellungen von Pina Bauschs «Für die Kinder von gestern, heute und morgen» (tanz 5/16) waren es während der Opernfestspiele im Juli. Es ist die...
hat ein hintergründiges, wissendes Lachen. Eben noch probte der 29-Jährige in Alexander Ekmans Choreografie «Cacti» mit Rebecca Horner an der Wiener Staatsoper, davor frischte er den Blockbuster «Don Quixote» auf. Seit 2007 ist er am Staatsballett Wien engagiert und tanzt viel Repertoire, aber auch Natalia Horecnas Kreation «Contra Clockwise Witness». «Ich bin...
