Wir sind alle Alice
Das wird die große Leistung Giorgio Madias in Wien bleiben: In nicht einmal zwei Spielzeiten hat der gebürtige Milanese an der Volksoper ein eindrucksvolles Ensemble aufgebaut, das auf klassischer Basis zeitgemäßes Ballett tanzt. Auch wenn der mit choreografischen Ambitionen veranlagte Ballettchef es nicht gern hört: Er ist vor allem ein hervorragender Maître de ballet. Zu seiner letzten Premiere an der Volksoper, der 90-minütigen Show «Alice» nach Lewis Carrolls «Alice In Wonderland», zeigte er die schönsten Beine der Stadt.
Auch sonst stellt der Ballettdirektor seine Tänzer zur Schau. Die Physis wird nicht nur in den akrobatisch-architektonischen Leistungen, sondern auch mit knapp geschnittenen Kostümen betont. Das wirkt etwas frivolund würde bei einer Spur mehr Glitzer auch in ein erstklassiges Varieté passen.
Die Oberfläche ist picobello und das führt zu reizvollen Momenten. Giorgio Madia trieb seine Ausstatterin, Cordelia Matthes, dazu an, es bühnentechnisch recht intensiv Alice gleich zu tun. Da springt das sexy Girl mit Pagenfrisur im kurzen Röckchen dem nur einbeinig behosten Hasen in die Tiefe nach, trifft auf der Drehbühne aufs wundersame Raupentier und wird mit ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Das Ballett macht Urlaub. Was heißt, dass in der Staatsoper Unter den Linden gearbeitet wird. Während Elena Tschernischova der Myrtha von Viara Natcheva noch den letzten Schliff gibt, bereitet sich Polina Semionova bereits in einer Ecke des Ballettsaals auf ihre Probe vor. Sie greift sich eine grüne Gummimatte, legt sich drauf und dehnt ihre langen Beine bis zum...
What's in “Igor‘s Room,“ (Igor being none other than Stravinsky), the new work by Konstantinos Rigos? The answer is, two of his famous compositions, as part of a double-bill on Stravinsky‘s music, both of which were first choreographed by the famous Nijinsky siblings: “Les Noces“ and “The Rites Of Spring.“ Bronislava excelled in 1923 with “Les Noces“ while her...
«Die Welt des Tanzes zu verlassen, ist in gewisser Weise ein Tod», hieß es 1995 in Lausanne bei einem Symposium zur Umschulung von Tänzern. Das Buch «Ballett – und dann?» von Maja Langsdorff ist deshalb ein Buch über das Leben nach dem Tod. Die Autorin (Jahrgang 1956) hat mehr als zwei Dutzend ehemalige Tänzer und Tänzerinnen interviewt und herausbekommen, was sie...
