Das Bild und seine Geschichte: My Dance Room
Sechs Jugendliche tanzen allein, jeder für sich. In ihrem Zimmer. Auf einer Wiese. In der Küche.
Auf den zweiten Blick, man ahnt es mehr, als dass man es sieht, haben all diese Jugendlichen einen «Migrationshintergrund». Wer dieses Wort je erfunden hat, wusste nichts von seiner Bedeutung. Wenn einer auszog, mit lateinischer Sprache auf den Lippen, als «migro», so tat er das im alten Rom, wenn er von hinnen zog. Einer, der sterben wird. Sehr optimistisch ist die deutsche Beamtensprache nicht.
Aber ein bisschen stirbt man ja immer, wenn man das eine Land verlässt und im anderen Land nicht so sein darf, wie man ist. Das weiß auch die Mexikanerin Yolanda Gutiérrez. Seit 17 Jahren lebt sie in Deutschland. Sie kam als ausgebildete Tänzerin hierher (Graham- und Limón-Technik). Aber das reicht in Deutschland nicht. Es kam ihr zwar etwas sonderbar vor, dass die Deutschen bei allem Kunstanspruch nicht selber tanzen. Jedenfalls nicht so offensichtlich. Dass da einer einfach seine Lieblingsmusik auflegt und tanzt, «gehört hierzulande eher zu den intimen Beschäftigungen», sagt Yolanda Gutiérrez.
Darum besuchte sie 25 derart integrierte Jugendliche mit ihrer Videokamera zu Hause. Und hoffte, dass ...
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