sylfiden

Nikolaj Hübbe, der als Que(e)rdenker bekannte Leiter des Königlich Dänischen Balletts, polt in Kopenhagen Bournonvilles Klassiker um

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Bei der Uraufführung 1836 an der Königlichen Oper von Kopenhagen war die Hexe eine Frau, die das jugendliche Liebesglück von James vereitelte und als Rachefurie, die Mächte des Bösen verkörpernd, jäh ins Geschick der arglos Liebenden einbrach. In jüngerer Zeit erhielt die destruktive Dämonin Madge ein zunehmend individuelles Antlitz, da teuflische Höllenmächte im modernen dänischen Wohlfahrtsstaat kaum noch als glaubhafte Bedrohung ins Feld geführt werden konnten.

Die Hexe mit den proletarischen Zügen einer trunksüchtigen Intrigantin wandelte sich mehr und mehr zur verschmähten, sexuell frustrierten alten Jungfer. Am originellsten porträtierte vielleicht Sorella Englund diese zeitgenössisch getrimmte Madge – als Widersacherin von Nikolaj Hübbe, der den Betreiber des Bauernhofs auf der Höhe seiner Tänzerkarriere am Königlich Dänischen Ballett 1990 verkörperte. Die beiden gaben ein bemerkenswertes Paar, doch zeichnete sich bereits damals ab, dass das titelgebende Geistwesen zu einer seltsam nachgeordneten Randfigur verblassen würde.

Hübbe setzt, nunmehr in seiner eigenen Inszenierung, die Hexe Madge noch direkter auf den Schottenjüngling an. Sie ist bei ihm nicht mehr die gewohnte ...

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Tanz Februar 2015
Rubrik: produktionen, Seite 8
von Charlotte Christensen

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