abzug: Matthias Lilienthal
«Das HAU zu leiten macht mir viel Spaß, aber vielleicht ist das genau der richtige Moment, um aufzuhören», sagt Matthias Lilienthal. Nach acht Jahren will der Gründer des Festivals «Context» und Förderer u. a. der Choreografin Constanza Macras mit Eigenproduktionen wie «X Wohnungen», die überall auf der Welt in Wohnungen meist armer Menschen mit Künstlern aus verschiedenen Ländern stattfinden, lieber in New York, Bogotá und Mumbai arbeiten. Lilienthal bleibt bis 2012 der Berliner Hebbel-Intendant am Ufer.
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Der verschobene Mund, die schief gezogene Schnute – ihr Bild ist eines der markantesten, das für das Berliner Festival «Tanz im August» warb: Es gehört der in Frankreich lebenden Estin Nele Suisalu, eine von sechs Choreografen des portugiesisch-deutsch-französischen Förderprogamms «Looping». Fördern heißt hier nicht fordern, sondern staunen: über Nele Suisalus...
Nun hat das Sturmgeschütz des Regietheaters auch den grünen Hügel erobert. Im reifen Alter von 69 Jahren debütierte Hans Neuenfels bei den diesjährigen Festspielen in Bayreuth und streute vor seiner «Lohengrin»-Premiere jede Menge Interviews und noch mehr Gerüchte. Mal hieß es, der obligatorische Schwan werde gerupft, ein andermal, die gefiederte Schönheit mutiere...
Schwüles Gedünst schwebt in der Luft. Aus dem Kahn, der schon vor Beginn der Aufführung zu sehen ist, erhebt sich Alexandre Riabko, in der Betrachtung des Mondes versunken. Er greift zu seinem Hut, sinkt zurück, schließt für einen Moment die Augen – und erinnert sich des Nachthimmels, wie er sich in einem imaginären See spiegelt. «Spiegelungen des Nachthimmels»...
