Paris im Mai

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2008, auf den Straßen wälzen sich die Massen voran. Zur Arbeit, nach Hause, zum Vergnügen. Die größten Plakate verkünden den Kinostart von «Sex and the City». Im Mittelpunkt das Happy End am Altar. Die Braut trägt Weiß, um in aller Öffentlichkeit ihre Unschuld zu demonstrieren. Demonstrieren? Oh bitte, vierzig Jahre sind kein Fliegenschiss. Im nordfranzösischen Lille ergeht am selben Tag ein Urteil. Auf Antrag des Mannes wird die Ehe eines muslimischen Paars annulliert. Weil der Frau eine zugesicherte Eigenschaft fehlt. Ihre Unschuld.



Umtauschrecht für Frauen? Es ist das Erste, worüber Julie Nioche an diesem Morgen spricht. Die 30-jährige Choreografin, deren Feminismus ihr Humanismus ist, bleibt überzeugt: Auch wenn Anpassung eine Form der Intelligenz ist, die wir perfektioniert haben, ein Zurück ins Mittelalter gibt es mit uns nicht. Dabei denkt sie nicht nur an die Gleichberechtigung per Kreditkarte. Emanzipation im Tanz braucht keine Manolo Blahniks.

In der einzigen Kunstform, in der Frauen schon immer das Sagen hatten, heißen unsere Referenzadressen: Mechthild Großmann, die Vollblutmimin und Wahnsinnsfrau von Bauschs «Keuschheitslegende» bis zum Münsteraner «Tatort». Bettina ...

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Tanz Juli 2008
Rubrik: Editorial, Seite 1
von Redaktion

Vergriffen
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Die Bernal Methode

Auf den ersten Blick unterscheidet sich ihr Unterricht nicht von dem anderer Ballettpädagogen. Erst wenn man genauer hinschaut, ist vieles anders: die Zeit, die sie sich für die «Stange» nimmt, die Unnachsichtigkeit, mit der sie immer wieder die ers-te Position korrigiert. Bis alles im Lot ist. Christina Bernal, klein von Gestalt, aber unübersehbar im Ballettsaal,...

Superamas

«Empire – Art & Politics». You might think the title refers to the much discussed political treatise by Michael Hardt and Antonio Negri, but this is not quite true. The performance opens with the recording of a film about theNapoleonic Wars. Napoleon himself appears but a few times, the piece continues  as “comedy of manners” of society life: it portrays the fancy...

Janet Eilber

Seit 2005 sind Sie Künstlerische Leiterin der Martha Graham Dance Company. Wie steht es um die Aufführungsrechte der Choreografien? Bis auf zwei liegen sie nun endlich bei uns. Die Zeit nach Grahams Tod 1991 war hart wegen des Nachfolgestreits mit Ron Protas. Es gab kaum Auftritte und wenig Reisen. Von Grahams nachgelassenen 181 Choreografien sind heute etwa 50...